Wer braucht eigentlich noch Zeitschriften in gedruckter Form? Ich mit Sicherheit, sonst würde ich nicht die Retrogamer lesen. Allerdings ist die mittlerweile auch schon als iPad/iPhone-Variante erhältlich. Die GEE wurde mittlerweile als Printfassung eingestellt. Doch wichtig bleibt meiner Meinung nach der Content an sich, egal in welcher Form: Gute Beiträge, Interviews, Specials oder Reportagen in verschiedenster Form. Hier hat die M!Games, ehemals Maniac, deutlich dazugelernt.
In Zukunft wird es neue Vermarktungsformen geben (müssen), damit sich die Inhalte trotz kostenloser Portale wie IGN (wobei der Premium-Bereich schon jetzt entgeldlich angeboten wird), Gamespot, Eurogamer, NexGam, 4Players etc. halten können. Der Inhalt wird weiter wichtig bleiben und vielleicht sieht so die Zukunft aus (als Beispiel Atomix Mag auf dem iPad für 79 Cent pro Monat):
Es gibt aber auch noch komplett kostenlos Mags, die im lesefreundlichen PDF-Format veröffentlicht werden. Dazu eine kleine Übersicht:
Das bisher umfassendste und beste Buch zum Thema Videospielgeschichte ist für mich “The Ultimate History of Video Games” von Steven Kent. Allerdings ist der Titel bald 10 Jahre alt und es gibt durchaus auch andere Ansichten, wie sich die Geschichte vollzogen hat. “Historiker” sind sich sowieso nie einig, wie was gelaufen ist.
The Ultimate History. Das Buch war genial. Aber es konzentrierte sich mehr auf die anfängliche Entwicklung um Atari und den Videospielmarkt bis zum großen Crash 1983. Nach der Lektüre des Buches kam ich mir ziemlich anti-avantgarde vor. Irgendwie erschien mir die Entwicklung sehr viel älter als erwartet. Steven Kent erzählte seine Sicht der Dinge mit den Pioneeren von damals, von den Arcade-Zeiten, die für mich sowieso völlig suspekt waren (Danke Deutschland) bis hin zu den ersten Gehversuchen der Industrie – natürlich alles aus US-Sicht! Das deckte sich aber irgendwie nicht mit meinen eigenen Erfahrungen. Für mich waren Videospiele was völlig Neues, was aber natürlich damit erklärt werden kann, dass ich damals sehr jung war.
In meiner Erinnerung, die bis in das Jahr 1987 zurückreicht, waren Videospiele noch so neu, weil die “Erwachsenen” zur damaligen Zeit gar keine eigenen Erfahrungen berichten konnten. Gespielt haben immer die Kinder und Jugendlichen, nie die Eltern.
Doch Replay: The History of Video Games hat mir jetzt gezeigt, dass die Ursprünge gar nicht so weit entfernt waren. Und das hat folgende Gründe…
Zukunftsmusik. Das beliebte Thema um Zukunftsforschung im Bereich der Videospiele. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie Hype und Wirklichkeit auseinanderklaffen, wenn Visionen zu früh auf dem Markt umgesetzt werden. Ist man mitte der 90er davon ausgegangen, dass demnächst alle nur noch mit Virtual Reality-Helmen rumlaufen werden, ist das Thema derzeit praktisch tot. Dagegen ist der 3D-Wahn wieder up-to-date: 3D-Fernseher, Shutterbrillen mit ausgefeilter Technik etc., all das soll uns nun wieder begeistern.
Das Heft bietet einige sehr interessante Artikel zu dem Thema und ich denke, dass uns viele Themen auch in Zukunft noch beschäftigen werden.
Was erwartet uns in der Zukunft? Wie wird das elektronische Hobby von vielen Leuten in der Zukunft aussehen? Ich reiße das Thema mal ein wenig an und vielleicht seh ich die Dinge doch ein wenig zu schwarz. Trotzdem könnte der Beitrag eine Diskussion anregen, was uns die Zukunft so bringen wird und was nicht. Viele Worte zur Technik selbst werde ich nicht verlieren, weil diese vom Veröffentlichungszeitpunkt abhängt. Das wäre dann zu spekulativ. Aber die Inhalte werden “dank” derzeitiger Entwicklungen begreifbarer.
Die Idee zu diesem Beitrag kam mit der Tatsache, dass Linux als offenes Betriebssystemscheinbar ausgedient hat. Zumindest als “offene” Plattform! Für Linux als System mit geschlossener Oberfläche ist es mit Sicherheit auch zukünftig eine Lösung. Doch dann hat man das Problem, die Nutzer so einzuschränken, dass sie für Inhalte zahlen und diese nicht selbst integrieren. OpenPandora ist eine kleine Gegenbewegung, die für den kommerziellen Bereich eher uninteressant ist und wohl keine Revolution auslösen wird.
Ich möchte mich deshalb eher auf den kommerziellen Mainstream und damit die BigPlayer beschränken, die den Spielesektor in digitaler Form gerade anfangen, diesen digital zu erschließen. Alle Punkte versuche ich mit Hinweisen und Entwicklungen derzeitiger Trends zu belegen. Wenn es mir nicht gelingt, ist es pure Spekulation meinerseits.
Besser spät als nie: Das Heft Nr. 16 hat mir wieder sehr gut gefallen! Die interessantesten Thema ist sicherlich die Frage, ob Videospiele Kunst sein können, wenn dieser Status dem Film durchaus gegeben wird.
Gamedesign und Spieleindustrie – wer denkt da nicht an einen Traumjob? Auf 4players.de gibt es dazu einen interessanten Kommentar von Chefredakteur Jörg Luibl. Hinter dem für viele Menschen spaßigen Zeitvertreib ist mittlerweile eine Industrie gewachsen, die vielleicht nicht ganz den Vorstellungen an die perfekte Arbeitswelt entspricht. Wurden die 70er und 80er-Jahre noch von Pionieren, selbstständigen Entwicklern und kleinen Studios geprägt (siehe “The Ultimate History of Video Games“), ist die heutige Zeit ein knallhartes Geschäftgroßer, börsennotierter Unternehmen. Ein Job in der Spielebranche war schon immer geprägt von Pizza-Schachteln und Überstunden, aber jetzt kommen schlechtes Management und unsichere Arbeitsbedingungen hinzu. Luibl bestätigt:
“Nur wenn man sich wohl fühlt, kann man kreativ arbeiten. “
Aber in was für einem Umfeld sollen denn “kreativgeprägte” Spiele überhaupt entstehen?
Was wurde nicht alles über den Titel geschrieben? Bei der Presse ist die Sackpuppenhüpferei durchweg gut angekommen und es ist wirklich schwer, sich dem Charme des Spiels zu entziehen. Und wer von der Disc nicht genug bekommen hat, kann ganze Pakete an neuen Kostümen, Sticker oder Levels herunterladen – das werden aber wohl nur die Enthusisten unter uns wirklich machen. Aber fern ab der Euphorie, die ja mittlerweile etwas zurückgegangen ist, kann man nun mit etwas Abstand ein paar Dinge näher beleuchten… Weiterlesen…
Für gerade einmal 14 Euro ist das Buch ein Schnäppchen: Die absolute Videospiel-Bibel! Sollte man gelesen haben, wenn man sich mit Retro-Gaming beschäftigt. Habe das Buch in wenigen Tagen verschlungen, lese immer wieder darin. Ist seit Jahren eines meiner Lieblingsbücher im Bereich und es gibt kaum namhafte Alternativen. Viel Text, aber defintiv informativ und unerläßlich für das Verständnis der bisher kurzen, aber doch recht spannenden Geschichte der Videospiele.
Update 27. Mai 2011: Es paßt so wunderbar hier rein: