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Test Logitech M555b


Mittlerweile gibt es an kabellosen Mäusen sehr kleine USB-Empfänger (Vgl. Logitech VX Nano) oder Bluetooth-Dongles. Ein Problem bleibt damit aber: Der USB-Port fällt weg. Bei vielen Note- und Netbooks ist die Anzahl der USB-Ports beschränkt: Meist erhält man bei kleineren Geräten lediglich 3 Ports, die mit USB-Sticks, externen Festplatten (da gehen oft gleich 2 Ports drauf) oder Ladekabeln (Handy, MP3-Player,…) gefüttert werden. Natürlich kann man das Problem umgehen und USB-Hubs anschließen. Diese gibt es mittlerweile auch in kompakter Bauform. Aber wer gern frei von Zubehör unterwegs ist und z.B. schon auf sein Handy per Bluetooth zugreift, der möchte diese integrierte Schnittstelle noch weiter ausreizen – in diesem Fall mit einer Bluetooth-Maus; der Logitech M555b.

Einführung:

Kabelgebundene Mäuse gibt es ab 5 Euro. Die Stromversorgung läuft über USB oder PS/2, Gamer schwören auf Kabelvarianten (z.B. Mäuse des Herstellers Razer). Aber wer wenig spielt und schon Stromkabel als störend empfindet (ganz besonders in Bus und Bahn, Cafés oder öffentlichen Plätzen), der möchte auf möglichst viele Kabel verzichten.

Kabellose Mäuse gibt es ab 15 Euro inklusive riesiger USB-Receiver oder ab 20 Euro via USB-Nano-Receiver (beide in der Regel via 2,4 GHz Wireless-Technologie). Diese Übertragung funktioniert in den meisten Fällen relativ problemlos, Bluetooth gilt aber in der Regel als unproblematischer – da die Reichweite höher ist und die Störungsempfindlichkeit geringer ausfällt. Zumindest, wenn man nach all den Jahren Resumée zieht und mit zig Maus/Tastatur-Kombos gearbeitet hat. Das oben beschriebene Grundproblem bleibt aber, noch dazu gibt es viele billige Lösungen, die den eigenen Qualitätsstandards nicht entsprechen, viel zu viel Strom aus den Batterien/Akkus saugen oder mit anderen Problemen zu kämpfen haben.

Für eine Bluetooth-Mäuse muss aber mehr investiert werden, hier beginnen die Preise in der Regel eher bei 25 Euro aufwärts, je nach Hersteller. Will man Mäuse namhafter Hersteller wie Logitech oder Microsoft, muss man schon mit 30 oder 35 Euro rechnen – im Falle der M555b von Logitech sind es 40 Euro, die sich optisch sehr stark an die Logitech V550 anlehnt. Auch wenn man sich über die Qualität von Logitech-Produkten streiten kann, so sind die Geräte des schweizer Herstellers meistens auf dem Stand der Zeit, technisch ausgereift und qualitativ hochwertig.

Handhabung:

Die M555b sieht auf den ersten Blick wie jede andere Maus aus: Zwei Tasten mit gutem Druckpunkt (auch nicht zu laut), ein feines, metallenes Scrollrad und eine kleine, mittlere Taste. Versorgt wird die Maus über 2 AA-Batterien, ich verwende dafür 2 Eneloop der Firma Sanyo. Die Größe ist nicht unbedingt klein, die Bezeichnungen „micro“, „mini“ oder „tiny“ wären unangepaßt – aber die Ausmaße sind insgesamt für den mobilen Einsatz in Ordnung (8,5cm lang, 5,2cm breit, 3,5cm hoch). Auch größere Hände kommen mit der Form gut zurecht, das Gewicht ist insgesamt etwas höher als bei von der Größe vergleichbaren Mäusen. Eine Tasche oder Schützhülle liegt leider nicht bei, da hätte Logitech wie bei anderen Mäusen durchaus hinzulegen können.

Einmal ausgepackt, erweist sich die Installation als völlig unproblematisch (Windows 7 Starter, Windows XPSP3, funktioniert auch problemlos mit Apple oder Linux): Bluetooth anschalten, Maus anschalten, Gerät suchen, Zugangscode eingeben (damit nur das eigene Gerät Zugriff auf die Maussteuerung erhält) und los geht es. Eine Softwareinstallation ist nicht nötig, ich habe dennoch die Logitech-Software installiert. Dort können einige Einstellungen vorgenommen werden, denn z.B. kann man durch Bewegung des Scrollrades nach links und rechts neue Funktionen hinzufügen, in meinem Fall „Seite zurück/Seite vor“ – gerade beim browsen im Vollbild auf einem Netbook (Samsung N220) ein Vorteil. Auch die mittlere Taste unter dem Scrollrad kann somit individuell mit einer Funktion ausgestattet werden.

Es gibt aber keine mittlere Maustaste auf dem Mausrad (müsste auf die dritte Taste gelegt werden): Der Druck auf das Mausrad dient dazu, zwischen präzisem und schnellem Bildlauf umzuschalten. Und hier hebt sich die Maus deutlich von Konkurrenzprodukten ab! Kein lautes rattern, kein unpräzises umherspringen, kein langwieriges rumgedrehe: Das Scrollrad ist im Präzisionsmodus präzise wie es der Begriff erwarten läßt, das Scrollrad ist unhörbar und funktioniert gänzlich ohne Widerstand und man kann im schnellen Bildlaufmodus einfach das Scrollrad laufen lassen – vorbildlich bei langen Textdokumenten und bisher habe ich kein besseres Scrollrad bedient!

Technik:

Die Maus arbeitet durchweg präzise (eine Auflösung von 1000 dpi) mit Laser-Technologie – angeblich soll diese Form im Gegensatz zu optischen Mäusen (mit rotem Lichtstrahl) stromsparender sein und auf allen möglichen Oberflächen funktionieren. Stimmt, selbst auf lackierten Oberflächen, Decken und sogar Glas (!) funktioniert die Maus! Die beste Unterlage bleibt zwar ein Mauspad, ist man aber unterwegs (und dafür wurde die Maus gekauft), darf man froh sein, wenn die Maus mit den meisten Unterflächen problemlos zurecht kommt. Was bisher der Fall ist. Allerdings sind sie auch empfindlicher für Unebenheiten, Unreinheiten und sonstige Oberflächenstörungen, Krümel oder verschmutzte Oberflächen lassen den Mauszeiger wild über den Desktop hüpfen.

Die Verbindung ist ein Traum: Das Gerät wird schon kurz nach dem Windows 7/XPSP3 Start gefunden. In den 2 Monaten Testphase kam es zu keinem einzigen Verbindungsabbruch. Selbst wenn Bluetooth ausgeschaltet war, reichte die simple Aktivierung, damit die Maus binnen Sekunden wieder gefunden wird. Und sie funktioniert auch einwandfrei mit anderen Bluetooth-Geräten zusammen (Handy, Tastatur und Headset). Auch kann damit der Playstation 3-Browser problemlos über 4 Meter bedient werden, auch hier gab es bisher nicht einen einzigen Verbindungsabbruch oder Verbindungsfehler.

Es gibt noch eine Batteriestandsanzeige (LED mit zwei Farben), die darüber informiert, ob die Maus mit neuer Energiequelle versorgt werden muss – was bisher, nach 2 Monaten und intensiver Nutzung, nicht der Fall ist. Schon aus früheren Logitech-Laser-Mäusen bin ich angenehm überrascht, dass ich mich ums Batterie-Wechseln nur selten kümmern muss. Laut Logitech soll erst nach 4 Monaten Schluß sein – mal abwarten. Und selbst wenn man durch eine LED informiert wird, dass sich die Batterielebensdauer dem Ende neigt, kann man noch problemlos mehrere Stunden ohne Austausch die Maus benutzen. Bluetooth hat wenn, dann einen Nachteil: Es zieht mehr Strom als über Funk, 12 Monate oder mehr werden via Bluetooth nicht erreicht. Aber wenn sie 4 Monate durchhält, bin ich schon mehr als zufrieden!

Wird die Maus nicht verwendet, schaltet sie sich automatisch in den Energiesparmodus. Nach einer kleinen Bewegung ist sie wieder voll einsatzbereit. Ich konnte dabei kein Ruckeln und auch keine Aussetzer feststellen. Wer will, kann die Maus auch via Ein-/Ausschalter deaktivieren. Leider läßt sich die M555b nicht per USB o. ä. aufladen, ein integrierter Akku wäre exzellent, würde aber wohl den Preis und die Komplexität des Gerätes in die Höhe schnellen lassen.

FAZIT: „Die Logitech M555b ist eine hervorragende Maus – dank Bluetooth komplett Kabel-/USB-„los“! Das Scrollrad ist fantastisch, die ergonomische Form sorgt auch nach vielen Stunden für eine angenehme Beidenung und in Sachen Oberflächenkompatibilität und Energieversorgung leistet sich das Gerät keine Makel. Kritikpunkte muss man mit der Lupe suchen. Eventuell könnte man die fehlende mittlere Maustaste erwähnen (kann durch die Maustaste unter dem Scrollrad ersetzt werden), die Einsparung einer Maustasche oder die größere, schwerere Form – wobei man letzteres auch als Pluspunkt werten könnte. Insgesamt aber ein Top-Produkt, dass die Investition von ca. 40 Euro gänzlich rechtfertigt: Verarbeitung und Leistung sind vorbildlich. Wenn man eine mobile Maus für vorrangig desktoplastige Anwendungen sucht, kann man mit der M555b kaum falsch liegen.“

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Kategorien:Technik
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