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Good old Games – Gog.com mit DRM-freiem Retro-Angebot


Viele von euch kennen sicherlich die Webseite Good old Games (Gog.com). GOG vertreibt vorrangig ältere PC-Spiele und optimiert diese, damit sie auch auf neueren Kisten laufen. Dafür werden die neusten Patches eingespielt oder auf Emulatoren wie DosBox zurückgegriffen. Hinter GOG steht CD Projekt Red, also die Leute von The Witcher, was im ersten Teil ja einen recht fiesen Kopierschutz implementiert hatte. Und sie haben wohl gemerkt, dass sich ziemlich viele Leute gern DRM freie Spiele kaufen würden. Zu recht, wie ich finde!

Das Angebot

Der Fokus ist nun seit März 2012 etwas anders ausgelegt. Laut der Pressemeldung vom 29. März 2012 will man auf GOG in Zukunft auch Indie-Games, Erstveröffentlichungen oder Vorbestellungen anbieten (Gemini Rue anyone? Das wären doch super Games!). Trotzdem sind die Retro-Spiele immer noch der größte Batzen der GOG-Spielebibliothek. Darunter tummeln sich Perlen wie Jagged Alliance 2, Outcast, The Longest Journey, Sid Meier’s Alpha Centauri, Pro Pinball: Timshock! oder Rayman. Also genau der Käse, der mir schmeckt. 🙂

Weitere Top-Titel wie MDK, Bleifuss (aka Screamer), Baldurs’s Gate, Fallout oder Duke Nukem runden das sich ständig erweiternde Angebot ab. Die Spiele lassen sich beliebig oft runterladen und sind zum Glück nicht DRM-verseucht. Die Musikindustrie hat ja schon 2008 eingesehen, dass DRM irgendwie doch nicht so das Wahre sein kann. Interessant ist, dass vor die bösen Raubkopierer und Torrent-Nutzer/Besucher das Angebot stärker nutzen, als diejenigen, die über die Google-Suche zu GOG kommen (komplettes Interview dazu auf Gamersmint)! Mal sehen, wie sich das bei Steam und Co. weiterentwickelt. GOG bietet jedenfalls DRM-freie Spiele an, wie von Anfang an klar gemacht wurde. Und so, wie ich aus der Community herauslesen kann, gibt ihnen der Erfolg recht.

Generell gibt es sehr viele „alte“ Spielereihen wie die Ultima-Serie oder die Dungeons & Dragons Spiele (Baldur’s Gate, Icewind Dale). Seit kurzem gibt es nun auch aktuellere Spiele wie The Whispered World oder Alan Wake.

GOG Wishlist

Interessant ist die Wishlist! Dort stehen an den ersten Stellen folgende Titel:

Zu letztem Titel kann ich sagen: Spielt sich einwandfrei auf einem Netbook! Habe mir die CD-ROM-Version geholt und bin begeistert! War ein Titel, den ich mir damals, aus welchen Gründen auch immer, nicht geholt habe. Da ich aber so oder so ein Cyber-Punk-Fan bin (siehe Deux Ex und erst letztens habe ich Snatcher [Mobygames|Kultboy] durchgespielt, wahnsinnig tolles Game!), finde ich SysShock 1+2 natürlich sehr spannend! Wer auf einem Netbook zocken möchte, der sollte sich diese Liste mal näher anschauen.

Mich freut es außerdem, dass Grim Fandango [Mobygames|Kultboy] so hoch im Kurs steht, denn der Titel war wohl finanziell kein großer Erfolg.

Auch zu den Features gibt es eine Liste:

Wunderbar, das geht genau in die richtige Richtung!

Wie funktioniert GOG?

Ich bin gespannt, ob Teile der Wishlist wirklich berücksichtigt werden. [Klick, um zur Wishlist zu gelangen]

Was mich nur verwundert: Wie kommt GOG an die Lizenzen, Spiele so zu vertreiben? Ich stelle mir das recht schwierig vor. Natürlich könnte man sagen, viele Entwickler/Publisher gibt es nicht mehr und man könne von Abandonware sprechen. Aber das ist höllisch kompliziert, wie das Beispiel Abandonia zeigt! Wenn ein Publisher wie EA einen Entwickler aufkauft und sich die Lizenzen angelt, dann ist es frustrierend schwer, irgendwelche Abkommen mit einer digitalen Rechteverwertung zu treffen. GOG scheint hier mit bestimmten Herstellern Deals auszuhandeln, was nicht wirklich einfach sein kann. Man kann nur hoffen, dass sie ihren Status wahren können und nicht, irgendwann, als Vertriebsplattform eines großen Konzerns enden, dem die Spieler eigentlich herzlich egal sind. Die Preise werden insgesamt mit den Herstellern zusammen festgelegt:

It’s not down to publishers being greedy, but prices for all digital distributors are determined in cooperation with the publisher. We can’t just price games at whatever price point we think would be awesome for us without publisher consent. – [Quelle]

Die Publisher bekommen natürlich auch was vom Kuchen ab. Diese Verträge werden individuell verhandelt.

Die Spiele werden in den meisten Fällen inklusive der neusten Patches angeboten. Man lädt sich einen Installer und den Rest regelt GOG selbst (Verknüofungen, Einstellungen,…). Das hat den Vorteil, dass man relativ „stressfrei“ an die Spiele kommt, denn sie laufen auch auf XP/Win7-Rechnern. Wenn es geht, wird eine angepasste Windows-Version angeboten, Probleme machen in der Regel DOS oder Win95-Fassungen.

Für DOS gibt es eine enge Kooperation mit den DosBox-Entwicklern, weil man sich gegen eine eigene Emulation entschieden hat und lieber auf eine bewährte Plattform zurückgreift. Eine Liste der DosBox-emulierten GOG-Titel gibt es hier.

GOG und Kickstarter

Und noch eine Sache scheint sich zu bewahrheiten: Es gibt mehr und mehr Spieler, die einfach nicht mehr jeden Mist schlucken, den sie vorgesetzt bekommen. Wer sich die vernichtenden Verkaufszahlen von Syndicate anschaut, der erinnert sich doch gern wieder an die „gute, alte Zeit“ (siehe Syndicate @ GOG), als Spiele noch Zielgruppen angesprochen haben und nicht auf Mainstream poliert wurden, nur um riesige AAA-Teams zu finanzieren. Wo bleibt da die Seele?

Kickstarter versucht zumindest bei der Entwicklung neue Wege zu gehen und ich kann mir gut vorstellen, dass GOGs neue Ausrichtung auch darauf abzielt, in Zukunft eine „spielorientierte Plattform“ anzubieten. Also auch den Indie-Bereich oder den Bereich der (mit Sicherheit noch weiter) boomenden, kleinen Entwickler/Publisher abzudecken. Denn eine alternative Finanzierung eines Nischenspiels wie einen Syndicate-Nachfolger im Retro-Stile, der dann auf GOG (oder einer anderen Plattform) veröffentlicht wird, stelle ich mir doch recht reizvoll vor. Aber erst einmal müssen noch weitere Titel folgen, die spielenswert waren und noch sind. 🙂

Ein Beispiel von GOG und Kickstarter ist das kommende Carmageddon. Wer sich bei Kickstarter beteiligt, bekommt automatisch das alte Carmageddon dazu! Feine Sache und man kann gespannt sein, ob weitere Kooperationsprojekte folgen werden.

GOG kurz vor dem Launch im August 2008!

So sah GOG.com kurz vor dem Launch im August 2008 aus. Schon damals hat man ein tolles Design vorgelegt, dass sich bis heute kaum geändert hat.

Kategorien:Artikel, Videospiele
  1. 26. April 2012 um 07:47

    GoG ist wirklich ein toller Laden und in seiner Art momentan auch irgendwie einzigartig. Dass man nun auch verstärkt neuere Titel aus dem Indie- und Nischenbereich anbieten will, finde ich gut und ich bezweifle, dass sie sich in eine Art Steam-Kopie verwandeln, denn die Macher sind andere und ein direktes Duell mit Valve wäre wohl ohnehin nicht zu gewinnen.

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