Startseite > Artikel, Reviews, Videospiele > Empfehlung: Abenteuer-Epos Dreamfall – The Longest Journey

Empfehlung: Abenteuer-Epos Dreamfall – The Longest Journey


Das Cover des Spiels betont den Schriftzug „Dreamfall“ ganz bewußt: Dreamfall ist zwar keine klassische Fortsetzung, aber nicht minder interessant!

Nachdem ich letztens die beiden Storytelling-Podcasts von GameOne angehört habe, war ich doch etwas enttäuscht, dass ein Spiel nicht genannt wurde: Dreamfall: The Longest Journey (Wiki|Mobygames)!

Natürlich sind solche Listen immer etwas generisch und diskutierbar, vor allen Dingen, wenn etwas unbekanntere Spiele fehlen oder nicht genannt wurden.

Meiner Meinung nach ist Dreamfall eines der besten Storytelling-Spiele überhaupt und unterstreicht, was Videospiele zu Stande sind zu leisten.

Dreamfall ist die Fortsetzung des „Adventure des letzten Jahrzehnts„, The Longest Journey (kurz TLJ). Über TLJ wurde viel geschrieben, weil es ein damals so gut stagnierendes Genre neu belebt hat.

Seit heute ist das Spiel nun DRM-frei auf GOG.com erhältlich und ich möchte die Gelegenheit nutzen, dieses wunderbare Spiel mit einem Beitrag zu würdigen. Denn für so ein fantastisches Spiel ist es eigentlich viel zu unbekannt.

Überblick

Dreamfall erschien Mitte 2006 und heimste ordentliche Wertungen ein, die sich insgesamt im oberen 70er-Umfeld einpendelten. Der deutschsprachige Raum würdigte das Spiel allerdings deutlich stärker (87% @ Critify), was mich damals aufhorchen ließ. In der Regel ist dies ein wunderbarer Indikator, dass das Spiel gut sein muss.

Dreamfall erschien erstmalig auf einer Konsole, der alten Xbox; dies aber zu einem recht ungünstigen Zeitpunkt, denn die Xbox 360 beherrschte die News-Meldungen und Ankündigungen. Kaum jemand beachtete eigentlich den Release eines Adventures auf der Vorgängerkonsole. Zu unrecht, wie ich finde. Es erschien dann im März 2008 auf der Xbox 360 via Xbox Live (1200 Points).

Der PC-Release stand unter keinem guten Stern, denn das Spiel wurde damals mit dem verhassten StarForce-Kopierschutz veröffentlicht. Die Verkaufszahlen wurden insgesamt positiv bewertet, allerdings nur für den PC.

 Das Spiel

Um es gleich mal vorweg zu nehmen: Dreamfall hat so seine Problemchen. Liest man sich die Reviews durch, fallen drei negative Dinge auf:

  1. Die Schleichpassagen
  2. Die Kampfsequenzen
  3. Die Ladezeiten

Es gibt noch ein paar kleinere Punkte (siehe das 4Players-Review), aber diese empfinde ich nicht weiter als tragisch. Und es stimmt: Dreamfall hat teilweise echt nervige Stellen. Die Kämpfe sind furchtbar unnötig, die Schleichpassagen nervig und die Ladezeit allgemein. Auch ist man technisch nicht mehr auf dem Stand der Zeit, was Animationen angeht. Man könnte das Spiel wirklich als ordentliches Spiel mit Macken durchgehen lassen und wieder vergessen. Dann würde man aber einen Punkt übersehen, der so unglaublich stark ist und das Spiel einzigartig macht: Die Story! Und gerade deshalb ist es schade, dass der Plauschangriff das Spiel vergessen hat, wobei die äußeren Umstände auch nicht wirklich dazu beigetragen haben, dass Dreamfall in Spielerkreisen bekannt wurde.

Wenn Dreamfall ein normales Adventure wäre, selbst mit einer guten Story, dann würde man es trotzdem kaum einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mich nerven zu oft unnötige Gameplay-Änderungen, vor allen Dingen in Adventures. Wozu kämpfen, wenn es doch so oder so mies umgesetzt wurde? Bei 90% aller Games würde ich entnervt das Pad oder die Maus an die Wand knallen und aufhören, dafür ist mir meine Zeit zu schade. Bei Dreamfall war es anders. Über die nervigen Passagen kommt man hinweg, aber die Motivation, die die Story versprüht, ist schlicht und ergreifend episch!

Wenn ein einzelner Punkt in einem Spiel die Motivation bis zum Schluss steigern kann, dann ist dies ein Zeichen, dass hier was Großartiges präsentiert wird. Und das ist bei Dreamfall der Fall! Die Welt ist fantastisch, sie ist interessant, futuristisch und voller Fantasie. Man schaut ja immer gern nach Japan, wenn es ums Storytelling geht (und ich stimme Gregor zu: Snatcher ist ganz wundervoll 🙂 ), aber hier braucht sich Dreamfall vor nichts und niemanden verstecken. Es ist einfach wundervoll. Ich möchte gar nicht zu viel verraten, denn jeder sollte sich ein eigenes Bild von Arcadia machen.

Mir hat Dreamfall sogar besser gefallen, als der vielbeachtete Vorgänger. Ich kann dabei Alexander Glup von Onlinewelten.com nur beipflichten:

Die Story hat epische Ausmaße und präsentiert sich durchweg spannend und mitreißend. Zoë Castillo besitzt nicht nur ein umwerfendes Aussehen, sondern auch eine Menge Humor und charakterliche Tiefe. Zusätzlich gibt es auch noch einen der besten Soundtrack für ein Computerspiel.

Hier muss kein Pseudo-Endzeitszenario herhalten, hier wird nichts lapidar vorgekaukelt. Man versinkt förmlich in der Dreamfall-Welt und will gar nicht mehr aussteigen. Technisch halte ich den Titel immer noch für vorzeigbar, denn die zahlreichen Schauplätze überzeugen vor allen Dingen aufgrund ihres wunderbaren Designs. Und die Hauptdarstellerin ist kein billiges Abziehbild: Wäre Zoë uninspiriert und uninteressant, würde alles deutlich weniger glaubwürdig ausfallen. Hier muss man Ragnar Tørnquist (Wiki|Homepage) einfach ein dickes Lob aussprechen!

Fazit

Wer nun also Lust bekommen hat, dem Titel eine faire Chance zu geben, hat nun mehrere Möglichkeiten:

Lasst euch nicht zu sehr von steuerungstechnischen Unzulänglichkeiten stören, sonst verpaßt ihr eines der wunderbarsten Abenteuer überhaupt… Ein Wermutstropfen bleibt allerdings noch übrig, denn bis jetzt ist immer noch nicht geklärt, wie die Geschichte weitergehen wird. Wer mehr auf klassische Point ’n Clicks steht, kann natürlich auch erst einmal mit TLJ beginnen.

Als Fazit kann ich mich dem Gameswelt-Fazit nur anschließen:

Die Erzählstruktur hebt das komplette Programm auf eine Stufe, welche am Computer bis dato nicht erreicht wurde. […] Story, Dialoge und Musik sind jedenfalls dermaßen faszinierend, dass jeder ernsthafte Adventure-Interessent zuschlagen sollte. [Quelle]

Und als letztes noch ein Hinweis auf ein wunderbares Video, was die Essenz der beiden The Longest Journey-Teile zusammenfasst (ab 16:28 Minuten kann man einfach genießen):

Wertung: [9/10] 

Advertisements
Kategorien:Artikel, Reviews, Videospiele
  1. Flat Eric
    28. Juni 2012 um 15:02

    Yes, kurzzeitig für $3,99 verfügbar: http://www.gog.com/en/gamecard/the_longest_journey

  2. 23. Mai 2012 um 15:00

    Klar, als langjähriger PC’ler gibts natürlich erst mal ne ordentliche Update-Orgie ^^

  3. Flat Eric
    23. Mai 2012 um 14:14

    🙂 Würde ich auch empfehlen. Allerdings unbedingt den neusten Patch installieren, da damit der Copy-Schutz entfernt wird. Es ist mehr „Adventure“ als „Point ’n Click“, also ist es auch auf Xbox (360) gut spielbar. Laß dich auf jeden Fall nicht durch die doofen Kampf/Schleichpassagen ärgern. 😉

  4. 23. Mai 2012 um 13:55

    wird ja auch überall nur gelobt. Bin zwar eigentlich nicht so der Adventure-Spieler (hab zumindest ewig keins gespielt) aber das werd ich mir auch noch holen, allerdings die normale Retail mit OVP und so 🙂

  1. 18. Februar 2013 um 11:33

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: