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Tunnel B1 – Trash-Action mit Hülsbeck-Soundtrack


Wer kennt noch Tunnel B1 (Wiki|MB)? Das Spiel erschien Ende 1996. Die deutsche Presse war damals recht beeindruckt:  Die Video Games 11/96 vergab 81% und auch die Maniac legte sich auf 81% fest. Ich denke, hier spielten vor allen Dingen Sympathien mit:

  1. Das Spiel wurde von der deutschen Neon Software GmbH entwickelt (leider war dann 2005 mit dem richtig guten Legend of Kay Schluß)
  2. Die gute Technik
  3. Der exzellente Hülsbeck-Soundtrack

Doch wie ist das Spiel so und lohnt es sich heute noch?

Vom Gameplay her muss ich mich da eher den Kollegen aus den anglo-amerikanischen Mags anschließen, wobei eher IGN (6.0) als GameSpot (4.6). Im deutschsprachigen Umfeld gibt es Reviews, die das Geschehen ganz gut einfangen (Nexgam 66%).  Spielerisch war es etwas fad und vor allen Dingen frustig: Zeitlimits gehen mal gar nicht. Dazu noch eine hackelige Steuerung und ein zu hektisches Gameplay (Achtung: ist wackeliger als auf einem Krabbenkutter bei Windstärke 10!).

Dafür ist der Soundtrack wirklich klasse (unbedingt mal in die orchestrale Version reinhören , im übrigen jetzt bei Bandcamp erhältlich)! Die Saturn-Version war technisch etwas schwächer (fehlende Transparenzeffekte), ansonsten aber mit der PSX-Fassung identisch. Was umso beeindruckender ist, denn schließlich ist die Technik stark:

In fact, it’s one of the best looking PlayStation titles available. The textured rock walls and surroundings are absolutely gorgeous, and the game clips along at a wonderfully fast frame rate.

Und es scheint den Saturn vor keine unlösbaren Probleme zu stellen, wie auch hier bestätigt wird.

Das Spiel hatte mich damals wie Scorcher zu einem Gang zum Videogameverleih animiert, gekauft habe ich es damals aber doch nicht. Ich mag zwar diese futuristische Endzeitstimmung und ganz besonders waghalsige High-Speed-Action à la wipEout, aber mit Tunnel B1 habe ich so meine Probleme.

Core Designs Blam! Machinehead zog technisch gegen Tunnel B1 zwar den Kürzeren, war aber insgesamt spaßiger. Es bekam übrigens auch 81% von der Video Games und das in der gleichen Ausgabe! Ein Schelm, wer böses denkt. 😉

Wer nun etwas auf den Geschmack dieser ersten 3D-Action-Titel gekommen ist: Das Genre bietet noch ein paar weitere Titel, die den trashigen Charakter der Mitte-90er unterstreicht. Wegen der „Stroy“ sollte man die Games eher nicht spielen:

Krazy Ivan (1996, Wiki|MB) Was für eine krasse Story! Viel Abwechslung gibt es zwar nicht; wie jedoch allgemein üblich in den 3D-Action-Titeln der Zeit. Der Wiederspielwert isteher gering und es ist sicherlich kein großes Highlight, macht aber immer noch Spaß, weil das Grundgameplay funktioniert!
Story: „The player took the role of Ivan Popovich, a Russian soldier controlling a giant mechanical suit, defending the Earth from robotic aliens.“
Blam! Machinehead (1996, Wiki|MB) Mir macht Blam! noch heute Spaß, weil es eine völlig durchgeknallte Story erzählt und das Gameplay geradlinig und schnell ist. Allerdings ist oft nicht ganz klar, was man in den einzelnen Missionen machen soll. Das könnte eventuell für Frustmomente sorgen.
Story: „The player controls Kimberly Stride, who is a scientist. She has to save the world from bad DNA that is slowly „eating“ everything away.“
Shattered Steel (1996, Wiki|MB) Ist zwar eigentlich klassische Mech-Action und auf die MechWarrior-Serie will ich nun gar nicht eingehen… Jedoch war dies BioWares erster Streich und ich hatte es zur gleichen Zeit wie die anderen Titel gespielt. Danach ging es mit Baldur’s Gate, KotoR, Dragon Age und Mass Effect weiter. Der Soundtrack war hier übrigens sensationell. Und witzigerweise ist dieser an den Speed-OST angelehnt. Ansonsten hat man aber nicht viel verpaßt (GOG hat es übrigens im Angebot).
Story: „The enemy in the game is a group of aliens who are in some way or another organic, mechanical or a combination of both. As the story unfolds, more is discovered about who controls the aliens, what their purposes are, and how to destroy them once and for all.“
Iron Soldier 3 (2000, Wiki|MB) Kam sehr spät erst raus, aber passt wunderbar zu den anderen Titeln. IS3 war der dritte Teil des Jaguar-Action-Krachers. Iron Soldier 3 kam leider nur zu spät heraus, ist aber durchaus unterhaltsam. Im Jaguar-Kontext besitzen die beiden Vorgänger Kultstatus, auf der PSX hat im Jahr 2000 leider kein Hahn mehr danach geschreit. So ganz konnten die Entwickler den Exoten-Faktor nicht auslassen und portierten das Game auch noch auf die erfolglose Nuon-DVD-Konsole.
Story: „Iron Soldier 3 once again puts you in the driver’s seat of a 42 foot tall killer robot. It is the not too distant future, and powerful corporations are beginning use military force to overtake national governments. You are a pilot for the United Republic, and you must stop the onslaught of the powerful Penta Corporation.“
Shellshock (1996, Wiki|MB) Shellshock ist eher ein Panzer-Action-Spiel (um mal die meisten 1st-Person-Krach-Bumm-Genres der damaligen Zeit zu benennen) und wurde ebenfalls 1996 veröffentlicht. Auch hier hält sich das Gameplay in Grenzen und das Spiel hat weniger Kult-Charakter als z.B. Blam. Aufgrund der vielen Namensvetter ist es allgemein schwer geworden, Infos zum Spiel zu finden. Story: „Da Wardenz, an anti-terrorist tank force, is called in whenever there is trouble somewhere in the world. You are a rookie hired by the tank force and must prove yourself in 25 increasingly difficult missions.“

Fazit

Kann man diesen ganzen 3D-Action-Trash heute noch spielen? Ich mein, man muss sich nur mal die Stories reinziehen. Mit Ausnahme von Shattered Steel, welches allerdings auch nicht so richtig reinpaßt, sind die Spiele heute nur noch mit Mühen zu spielen, zu viel hat sich im 3D-Genre getan.

Die Steuerung ohne 3D-Sticks (bis auf Iron Soldier 3) ist schwierig und natürlich wird nicht die größte spielerische Bandbreite aufgefahren. Der Trash-Faktor ist zudem recht hoch (stößt vielleicht nicht in 3DO/Jag-Dimensionen vor). Teuer ist sowieso keiner der genannten Titel und Tunnel B1 bietet bis heute noch einen wunderbaren Soundtrack. Wenigstens, aber 3D-Fans der alten Tage sollten selbst mal antesten.

Wertung: [6/10]

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Kategorien:Artikel, Videospiele
  1. Flat Eric
    31. Januar 2017 um 16:20

    So, Artikel aktualisiert!

  2. Flat Eric
    28. Oktober 2014 um 13:52

    Sehr sehr cool! Danke für den Hinweis. 🙂

    Was auffiel:

    „We weren’t very happy with the overall performance – somehow we found out how to access some functions in the libraries that weren’t in the documentation. Maybe they were just available in Japan or for technical testing, but they ran much faster, they had a big impact on the memory footprint. We decided just to use them and not care about Sony’s standards at the time.“

    Sagt eigentlich schon alles:

    „Most of the gameplay came together far, far too late and was too shallow. The development was basically too chaotic. There wasn’t a clear game design present after the design changed and even before that, it was more of a story, a component design.“

    Spannend wird es bei dieser Passage:

    „“When Ocean cleared the sequel we opened up a new office in Manchester. We were also working on the prototype for a Nintendo 64 action game.“

    Tunnel B1² für das N64? Nee, daraus wurde dann nichts und es kam Viper… http://www.ninretro.de/game-10-1372.html , das mich auch nicht so richtig überzeugen konnte…

  3. 24. Oktober 2014 um 08:52

    Unter http://www.edge-online.com/features/the-making-of-tunnel-b1/ gibt es übrigens ein „Making of“ zu „Tunnel B1“.

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