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Beendet: Axelay


Durchgespielt: Axelay, ca. 55 Minuten Durchlaufzeit.
Preis: SNES ca. 3-10 Euro | Virtual Console 800 Punkte

Was für ein gutes Shoot ‚em Up für das SNES! Es gab ja in der Tat nicht so viele gute Titel im Genre für das SNES. Das lag wohl allgemein an der niedrig getakteten CPU (3,58MHz, eine 65c816 CPU, eigentlich eine Erweiterung des MOS 6502 aus dem NES), die aus strategischen Gründen für eine geplante NES-Abwärtskompatibilität verwendet werden sollte. Das hatte zur Folge, dass schnelle Action-Games à la Thunder Force IV lange Zeit als relativ schwierig bzw. unmöglich umsetzbar galten.

Der SNES-Launch bestätigte die Kritiker schnell: Shoot ‚em Ups wie Super R-Type oder Gradius III ruck k ..kk..elten und zuckk..kk..elten um die Wette und die MD-Fans lachten sich mit Titeln wie Gynoug, Thunder Force III und IV oder M.U.S.H.A. ins Fäustchen. Auch andere Genres profitierten von der schnellen CPU des MD: Alien Soldier, Gunstar Heroes oder Sonic 2 ließen das SNES einfach lahm aussehen. Ende 1992 (bei uns ein sattes Jahr später) bekamen SNES-Spieler endlich „ihren“ exklusiven Vorzeige-Actionkracher geliefert: Axelay.

Entwicklung

Lange Rede, kurzer Sinn: Axelay ist kein Wundertitel, der aus dem SNES einen Sprintweltmeister macht. Das SNES hat defintiv seine Stärken in der Farbpalette, den Effekten und dem allgemein ordentlichen Sound, aber all das, was ein schnelles Scrolling benötigt (wer mehr wissen will, schaut mal ins ATARIAge-Forum), ist nicht so der Trumpf. die Action-Spezialisten von Konami hatten wohl eingesehen, dass der Gradius III Schnellschuß (immerhin Launch-Titel in Japan Ende 1990) nicht so recht der Weisheit letzter Schluss sein sollte.

Das Spiel wurde hauptsächlich von Hideo Ueda und Kazuhiko Ishida entwickelt. Ishida gründete noch vor der Fertigstellung des Spiels Treasure, die ja dann bekanntlich mit Spielen wie Gunstar Heroes, Radiant Silvergun und Ikaruga für Furore sorgten.

Wer mehr dazu wissen will, sollte in die Retrogamer 80 reinschauen. Diese hat Axelay auf ihrem Titelcover mit einem der „most iconic boss fights“ verewigt und ein wunderbares Special („Ultimate Guide to Axelay„) veröffentlicht. Dieses hat mich dazu bewogen, den Titel noch einmal durchzuspielen. Und es hat sich mal wieder gelohnt!

Das Spiel

Ziert auch das RG 80 Cover: Der Lava-Boss!

Axelay umfasst 6 Level und bietet ein interessantes Power-Up-System: Anstatt Erweiterungen von zerschossenen Gegner zu kassieren, erhält man Waffen-Upgrades (für drei unterschiedliche Systeme) erst nach einem erfolgreich abgeschlossenen Level. Das hat den Reiz, dass man behutsam seine Waffen aufbauen muss. Wird man getroffen, wird das System schwächer, bis hin zur Zerstörung des eigenen Raumschiffs. Kollidiert man allerdings mit einem Gegner oder Gegenstand, ist man gleich weg.

Hinzu kommen unterschiedliche vertikale und horizontale Levels, die die Stärken des SNES ganz eindeutig ausspielen: bunt, abwechslungsreich, überseht mit zahlreichen Transparenzeffekten, dazu der gute Soundtrack. Leider ruckelt auch hier hin und wieder das Spielgeschehen, was wohl auf dem SNES wenig vermeidbar ist. Aber dies steht in keinem Vergleich mehr zu R-Type oder Gradius, hier wurde definitiv dazu gelernt.

Die Levels sind fordernd gestaltet und die Bossfights legendär (mehr möchte ich nicht verraten). Ein gewichtiger Kritikpunkt: Leider ist das Spiel recht kurz (nur 6 Level). Man braucht gut eine Stunde, dann ist man auch schon druch. Ansonsten könnte die Steuerung etwas präziser sein und der Anfangslevel ist ein wenig dröge. Da der Titel nicht ganz einfach ist, sollte man auch eine gewisse Portion Geduld mitbringen. Bei dem Umfang leicht verständlich.

Fazit

Axelay gehört zu den Top-Shmups auf dem SNES und kann in einer Reihe mit R-Type III, Parodius oder U.N. Squadron genannt werden. So arg viel Konkurrenz wie auf dem Mega Drive gab es so oder so nicht. Die Presse feierte Axelay damals als SNES-Wohltat und dem kann ich nur zustimmen. In der Video Games 11/92 gab es 80%, die Total! 6/94 vergab in einem Classic Test (!) noch eine 2-. Die Power Play 11/92 schraubte die Latte noch ein wenig höher und vergab 86%. Auch heute noch wird der Titel gut bewertet: Pixel-Heroes vergab 8/10, Nexgam 8.0/10. Sehr gut gefallen hat mir noch das Review im Blog „jammer and cuteness“ und wer lieber auf Videobeiträge steht, sollte sich das folgende Videoreview anschauen:

Wer Axelay immer noch nicht gespielt hat, sollte dies möglichst schnell nachholen. Für die ganz hohe Spielwertung hätte es etwas länger sein dürfen und es fehlt mir persönlich ein 2-Spieler-Modus. Mehr habe ich nun wirklich nicht zu meckern. 😉

Wertung: [8/10]

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Kategorien:Beendet, Videospiele
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