Startseite > Reviews, Videospiele > Teslagrad PS Vita Review

Teslagrad PS Vita Review


TeslagradEs ist einfach schön zu sehen, wenn sich Entwickler Mühe geben und ein Spiel für eine vielleicht weniger im Fokus stehende Plattform portieren. So nun geschehen mit Teslagrad (offizielle Seite mit Links zu Steam, gerade für 3,39€ im Sale|GOG) von Entwickler Rain Games.

Der kleine norwegische Indie-Entwickler hat mit dem Spiel Ende 2013 auf dem PC eine kleine Perle (9/10 auf Steam) geschaffen und diese danach fleißig weiter portiert: Es folgten im September des folgenden Jahres die WiiU und im Dezember 2014 die PS3 bzw. PS4-Fassungen. Nun, Ende November 2015 ist es so weit und Rain Games veröffentlicht die PS Vita-Version! Hierzu ein kleines Review über den Erfolg der Portierung!

Das Spiel

Wundervoll: Der atmosphärische Beginn des Spiels...

Wundervoll: Der atmosphärische Beginn des Spiels…

Ich habe als Vergleich die PC-Fassung und habe diese damals nach dem Release bei GOG geholt. Neben der Windows-Version war man bei Rain Games auch so fleißig, Linux (für mich sehr wichtig!) und Mac zu bedienen.

Vorbildlich, da es genug Entwickler gibt, die großspurig Portierungen und Linux-Versionen ankündigen und dann nur langsam oder gar nicht „liefern“.

Trotzdem habe ich immer mit einer portablen Fassung geliebäugelt: Ich komme einfach mehr dazu, unterwegs zu spielen und gerade für die Vita gibt es doch so einige Indie-Kracher, die einfach nur Spaß machen.

Zu Teslagrad allgemein ein paar Sätze aus der Wikipedia:

Teslagrad is a 2D puzzle-platformer with action elements where magnetism and other electromagnetic powers are the key to go throughout the game, and thereby discover the secrets kept in the long abandoned Tesla Tower. The game features minimal combat segments coupled with electric-based puzzle sections and precise platforming. Teslagrad is set in a steampunk-inspired vision of old Europe, in a non-linear world with more than a hundred hand-drawn environments.

Vergleichbar ist Teslagrad ein wenig mit dem famosen The Swapper (was es übrigens auch für die Vita gibt), wobei sich Teslagrad insgesamt gesehen anders spielt: Der Fokus liegt auf einfachen (aber doch motivierenden) Schalter-Puzzles und einigen Jump ’n Run Einlagen inklusive Bossfights, die Abwechslung bringen.

Wer mehr über das Spiel allgemein lesen will, sollte in dieses Review von Indiecrowd reinschauen, ich werde den Inhalt des Spiels allgemein nicht wiederholen.

Der Port

Eines der Hauptelemente: Magnet/Gravity-Rätsel

Eines der Hauptelemente: Magnet/Gravity-Rätsel

Eines vorweg: Die Entwickler sagen selbst, dass der Vita-Port die schwierigste Entwicklung war. Von der Performance her ist das Spiel absolut in Ordnung: Es ruckelt so gut wie nie und man kann sagen, die meiste Zeit läuft Teslagrad in 30 FPS (ich hatte nur ein paar wenige Ruckler wenn arg viel los war, z.B. bei einem Endboss).

Was auf der Vita etwas mehr stört, sind kleinere Ladezeiten zwischen Bereichen, die davor nicht aufgefallen sind (verschmerzbar, meist so 3-5 Sekunden nach 3-4 Bereichen) und eine doch etwas wackeligere Steuerung. Das ist wohl der Engine (Unity 5) geschuldet, die den Vita-Port zwar ermöglicht, aber dennoch ein paar Kompromisse mitbringt:

Die Story wird nett erzählt, hat aber eigentlich auch keine großen Auswirkungen auf das Game

Die Story wird nett erzählt, hat aber keine großen Auswirkungen auf das Spiel

So wirkt die Physik-Abfrage auf der Vita nicht immer ganz so genau, wie auf dem PC. Das ist eher ein „Gefühl„, denn die meiste Zeit merkt man kaum einen Unterschied.

Da bei Teslagrad aber doch ein paar knifflige Passagen eingebaut sind, hatte ich manchmal doch den Eindruck, hier etwas ungenauer durch die Levels zu hüpfen. Da man dies aber wirklich nur im Vergleich merkt, sehe ich das nun nicht als großen Nachteil an.

Was am meisten gestört hat, waren allerdings die Bossfights. Diese sind hart und waren auf dem PC (mit Controller) schon sehr schwierig.

Auf der Vita ist die Steuerung da noch etwas schwieriger, weil die Tasten kleiner bzw. enger beieinander sind. Wobei das natürlich auch an meinen Händen liegen kann und eigentlich nichts mit dem Port an sich zu tun hat.

Insgesamt also eine klasse Leistung, der Vita vor Weihnachten noch einmal einen solchen Titel zu schenken, der technisch gesehen einfach zu wenig zu Meckern liefert: Es gab keinen Absturz, keine Speicherfehler, kein störendes Ruckeln (Borderlands 2 anyone?, keine Grafikfehler. So müssen Ports aussehen, was in 2D aber vielleicht auch etwas einfacher ist!

Teslagrad überzeugt auch unterwegs, wenn man nicht zu sehr abgelenkt wird (z.B. durch einen Amok fahrenden Bus-Fahrer 😉 ) und ist damit die einzige portable Version: Weder für den Nintendo 3DS (wohl technisch bedingt), noch für Android oder für iTunes ist eine Version angekündigt.

Fazit

Frustig: Bossfights... Das Gamepad kann man vielleicht an die Wand werfen, die Vita eher nicht...

Frustig: Die Bossfights… Das Gamepad kann man vielleicht an die Wand werfen, die Vita eher nicht…

Teslagrad ist einwandfrei auf die Vita portiert worden (erstaunlich, auch wenn es viele andere, positive Beispiele gibt) und ist als Cross-Buy für PS3/PS4 erhältlich. Das Spiel an sich bleibt wie es ist: Ein designtechnisch wundervoller Steampunk-Titel (siehe auch Steamworld Dig)  mit vielen Rätseln und sehr anspruchsvollen Hüpf- und Boss-Passagen und einer netten, aber doch eher im Hintergrund laufenden Story.

Nach ca. 5 Stunden (1h im Speedrun 😉 ) ist man durch und hat die knappen 15 Euro mehr oder minder gut (verglichen mit einmal Kino + Popcorn). Teslagrad lebt von seiner unglaublich atmosphärischen Welt, die irgendwie einzigartig wirkt und bei mir sehr stark punkten konnte. Die liebevoll gestalteten Levels, das einfache, aber fordernde Gameplay, all das hat es mir angetan, auch wenn Teslagrad so seine (Frust-)Macken hat.

Das ist eben im Prinzip „Indie-Gaming at its best„, fern ab vom Mainstream und Futter für Fans von Limbo (Atmo), The Swapper (Rätsel + J’nR), Steamworld Dig (Steampunk) oder Braid. Dazu der Hinweis, dass der Schwierigkeitsgrad eher zu 8-/16-Bit-Virtuosen passt, die wissen, wie man mit einem Gamepad umgeht.

Der Grafik-Stil rockt einfach: Teslagrad sieht gerade auf der Vita famos aus!

Der Grafik-Stil rockt einfach: Teslagrad sieht gerade auf der Vita famos aus!

Da man das Spiel letztendlich unter Vita-Gesichtspunkten bewerten muss, gebe ich dem Titel gute 8/10 Punkte, da mich Teslagrad sehr gut unterhalten hat und die Umsetzung einfach klasse ist.

Für mehr hätte der Umfang etwas größer ausfallen müssen. Für den Port an sich würde ich in der Umsetzung 9,5/10 geben: Saubere Arbeit, Rain Games!

Eine coole Sache noch zum Schluss: Es wird sogar eine Retail-Fassung für die Vita geben!

Anmerkung: Das Review basiert auf der PSN-Version, die mir die Entwickler freundlicherweise vorab zur Verfügung gestellt haben. Hier nochmals vielen herzlichen Dank an Rain Games für den netten Support und das Bildmaterial!

————————————————————————————————————————————-

 

PRO | KONTRA:

+ charmanter Grafikstil
+ liebevolle Charakter-Zeichnung

+ Steampunk. Immer ein Pluspunkt 😉
+ atmosphärisch dichte Welt
+ Rätsel gut in das Gameplay eingebettet
+ insgesamt exzellenter Port für die Vita
+ gute Trophys: Jede Schriftrolle eine Trophäe (Split mit PS3-Version)

+ Soundtrack passt gut zum Spiel!
__________________________

– Frustration bei diversen Sprungpassagen
– teils sehr nervige und schwierige Bossfights!
– Übersichtskarte ohne Übersicht
– Vita-Port mit leicht ungenauerer Steuerung und kleinen Ladespausen
– insgesamt kurz, wenig Wiederspielwert
__________________________

Musik: 8/10
Grafik: 9/10
Gameplay: 8/10
PLAYFUN (Gesamtwertung): 8/10

[1: sehr schlecht | 2: schlecht | 3: mies | 4: schwach | 5: mäßig | 6: durchschnittlich | 7: gut | 8: sehr gut | 9: super | 10: Meilenstein]

__________________________

Entwickler: Rain Games
Herausgeber: –
Erscheinungsdatum: 28.11.2015 (PSN EU)
Plattform: Vita, 2GB (installiert)
Genre: Jump ’n Run, Geschicklichkeit, Rätsel
Spieler: 1
Version: PSN
Sprache: Englisch
USK: ab 6 Jahre

Preis: 14,99 Euro

  • Für Fans kniffliger Jump ’n Runs, die Rätsel lösen mögen und eine gewisse Frustresistenz mitbringen. Steampunk-Fans greifen blind zu!
  • Weniger geeignet für Spieler, die gerne mal daneben springen, Instant-Deaths hassen und generell mehr Wert auf ‚Äktschn‘ legen.

Advertisements
Kategorien:Reviews, Videospiele
  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: