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Beendet: Castlevania: Bloodlines (Mega Drive)


cvbDurchgespielt: Castlevania: The New Generation (PAL)
aka Bloodlines (NTSC-US)
aka Vampire Killer (NTSC-JAP)

(Wiki|NR|MG|KB), ca. 180 Minuten Durchlaufzeit.
Preis: ab 50 Euro

Castlevania: The New Generation aka Bloodlines/Vampire Killer ist das einzige Castlevania-Abenteuer auf dem Mega Drive. Ich habe das Spiel ewig auf meiner Liste der noch zu spielenden Titel gehabt und nun endlich durchgezockt.

Vorab: Es gibt einen Farbmodus-Hack, den man eventuell in Erwägung ziehen sollte, da die Farben tatsächlich besser wirken. Allerdings ist dies nur mit der US-Version des Spiels möglich.

Schauen wir mal in den Titel rein…

Einleitung

Ein wenig Dracula, ein wenig Idustrialisierung, viele Kontraste und eine eigenwillige Farbpalette.

Als großer Castlevania-Fan des dritten Teils (PAL 1992) und von Castlevania IV auf dem SNES (PAL auch 1992) war ich lange Zeit gespannt, wie denn nun ein möglicher CV-Nachfolger aussehen sollte. CV war Anfang der 90er-Jahre eine der heißesten Zocker-Franchises überhaupt und viele Fans wünschten sich vor allen Dingen 16-Bit-Nachschub.

Dieser blieb damals etwas aus, denn zwischen CVIV und dem hier vorgestellten Bloodlines (nehm ich nun einfach als bessere Abkürzung) vergingen über 2 1/2 Jahre (!), da der 1993er PC-Engine Teil CV: Rondo of Blood es nicht nach PALien (und die USA) schaffte. Letzterer Titel hat es dann erst im Frühjahr 2010 nach PALien geschafft (Virtual Console) bzw. als Remake für die PSP (2008)

Bloodlines wurde bei uns etwas zensiert (siehe Beitrag auf Schnittberichte.com), erschien aber (und das war damals wirklich selten in so einem Fall) zeitgleich in allen Territorien.

 Gameplay

Gut gefallen immer wieder „Riesensprites“, die aus mehreren Teilen bestehen.

Bloodlines bietet ein klassisch angehauchtes CV-Gameplay: Es ist sehr linear (und damit weniger „offen“ wie CV3 auf dem NES, obwohl auch Bloodlines manche Weggabelungen aufweist), es bietet weniger Schlagtechniken als CVIV, spielt sich aber etwas schneller und hat dadurch mehr Action auf dem Screen.

Was das spielt auszeichnet, sind die beiden Charaktere: John Morris und Eric Lecarde. Klar, dass ich es mit letzterem durchgespielt habe :-D, aber man kann es auch ein zweites Mal mit John spielen, dessen Sprite mich immer wieder an Fatal Fury’s Terry Bogard erinnert…).

Ansonsten sammelt man wieder fleißig Herzen, die nun auch für spezielle Power-Moves der jeweiligen Zweitwaffe eingesetzt werden können und schlachtet zig Untote, das ganze CV untypisch in Athen, Pisa, Deutschland (Waffenfabrik), Paris bzw. dem Palast von Versailles und einem fiktionalen Schloss Proserpina in England, was einem Dracula-Schloss schon recht nahe kommt.

Die Obermotze sind zäh, schwierig und teilen ordentlich aus.

Storytechnisch gibt es da nicht viel zu erzählen: Es geht eben um eine neue Generation an Vampir-Jägern, angesiedelt während der Jahrhundertwende.

Für das Gameplay bedeutet dies: Viele Maschinen, viele industrielle Levels, aber ansonsten kein großer Unterschied zum Ur-Castlevania. Was nicht schlecht sein muss.

Technik

Richtig genial sind die Spiegeleffekte in diesem Level. Wahnsinnig toller Effekt!

Richtig klasse! Vor allen Dingen das Artdesign überzeugt. Über die eigenwillige Farbgebung muss man (wenn möglich) per Hack nachhelfen.

Die Kritik z.B. der Gamers damals (3/94, Mr. Factor 5 Julian Eggebrecht) kann ich so eigentlich nicht nachvollziehen. Für die Farb-Kombi gibt es wie oben beschrieben eine Lösung, aber „teilweise erschreckend schlechte Grafiken“ ist übertrieben.

Die Videogames 4/94 sah das mit 85% komplett anders, was wohl bedeutet, dass viele Farbkombinationen oder Hintergründe einfach nur Geschmacksache sind. Mir gefällt es mega gut. 😉

Es gibt dazu einige nette Zoom- und Rotationseffekte, die zwar auf dem SNES und CV4 besser aussehen, für Mega Drive Verhältnisse aber überzeugen: Man könnte in der Tat annehmen, ein 3D-Chip würde hier Berechnungen unterstützen.

Der Soundtrack ist klasse, da sieht man mal, was alles auf SEGAs 16-Bitter geht, wenn man fähige Soundkomponisten dran setzt; in diesem Fall Michiru Yamane, die später mit Castlevania: Symphony of the Night einen riesigen Erfolg feiern konnte.

 Fazit

Ein tolles Castlevania mit gutem Soundtrack und schöner Technik. Was fehlt, ist vielleicht etwas mehr Innovationswille in Sachen Gameplay. Verglichen mit CV4 zieht es leicht den kürzeren und ist als Modul extrem teuer. Trotzdem: CV-Fans schauen auf jeden Fall rein, denn es bietet genug CV-Feeling.

In diesem Zusammenhang verweise ich auch gern auf das HG101-Castlevania-Buch, das sich CV-Fans unbedingt ins Regal stellen müssen (Video)!

Wertung:
[8/10]

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  1. Flat Eric
    23. März 2016 um 14:52

    Ja, da war Konami voll auf der Nintendo-Seite und danach dann nur noch bei Sony zu finden. Mit Master of Darkness hat man zumindest fürs Master System und den Game Gear für einen Castlevania-Ersatz gesorgt (https://en.wikipedia.org/wiki/Master_of_Darkness). Das recht unbekannte „Indiana Jones meets Castlevania“ Earnest Evans (Genesis nur US: https://en.wikipedia.org/wiki/Earnest_Evans) ist zumindest für das Genesis eine eigene Entwicklung, die als CV-Clone durchgehen kann.

  2. 23. März 2016 um 12:19

    Ich hab mich bis heute nur oberflächlich mit der Serie beschäftigt und einige Teile mal angespielt, aber mein Bruder ist ein glühender Anhänger von Dracula und seinen Kontrahenten. Hab ihm auch das erwähnte Buch von HG101 geschenkt und das ist echt toll gemacht. Sega und Castlevania war irgendwie nie die perfekte Paarung, wenn man bedenkt, dass Konami sogar Symphony of the Night nur für die japanischen Saturn-Besitzer veröffentlichte und der Dreamcast-Ableger sogar eingestellt wurde :/

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