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Sind 30 FPS zu wenig?


Sind dir 30 FPS wirklich zu wenig? Die Diskussion kann man ständig führen.

30 FPS laufen höchstens nur nicht so flüssig wie 60 FPS und selbst die wären eigentlich „zu wenig“. Das Auge kann im Zentrum 25 FPS wahrnehmen bzw. als ruckelfrei empfinden. In den Augenwinkeln bis zu 75 oder 80 FPS! Kann man selbst feststellen, indem man auf einen CRT schaut und den in 60 Hz einstellt. Man merkt das Flimmern bei direkter sicht nicht, d.h. wenn man sich auf das Bild konzentriert. Schaut man daneben, werden einzelne Bilder wahrgenommen. Schraubt man auf 85 Hz hoch, kann das Auge bzw. das Hirn nicht mehr Bilder pro Sekunde verarbeiten. Das liegt daran, das Menschen auf der Jagd in den Augenwinkeln Feinde orten mussten und bei der Fixierung auf einen Gegner auf andere Sachen (Aussehen, Stärke, Schwächen,…) achteten und Bewegungen beim Fokus unwichtiger sind. Darüber gibts ganze Wälzer, will das jetzt nicht weiter thematisieren.

Ergo kommen dir 30 FPS eventuell nicht ganz flüssig vor, gerade, wenn du auf die Randbereiche eines Spiels achtest, also dich nicht auf den Streckenverlauf in der Ferne konzentrierst. Deshalb verwendet man aber bei 30 FPS Rasern z.B. Blur-Effekte, damit das Bild nicht mehr als Einzelbild wahrgenommen wird und somit der Verwischeffekt dem Auge mehr als 30 statische Frames vorgaukelt. Das klappt ganz gut wie man bei Colin Dirt oder PGR3/PGR4 sehen kann.

Bei 3D-Shootern oder Spielen mit schnellen Bewegungen sind Frames für das Gameplay wichtig, denn für das Auge bleibt alles gleich. Aber dort muss man sich teilweise schnell um die eigene Achse drehen und das teilweise innerhalb einer Sekunde.

Einen Shooter kannst du deshalb nicht mit einem Rennspiel vergleichen. Beispiel PGR3: Das hat auch „nur“ 30 FPS, nutzt aber Blur-Effekte, um das Spiel „bewegungsunschärfer“ zu machen… Wie 30 FPS wirkt es nicht. Der Clou an der Sache: Bei CS musst du vielleicht in einer Sekunde dich mit deinem Zielkreuz um 180° drehen, weil ein Gegner von hinten naht:

90 FPS –> 180° in einer Sekunde –> 180/90 = 2° !

D.h.: Dein Bild in einer Sekunde wird in 90 Teile gesetzt, dein Zielkreuz rückt um 2° je Bildabschnitt weiter. Hier sind Frames wichtig, denn je weniger FPS, desto größer die Bildabschnitte! Bei 30 FPS und CS könntest du dich bei einer 180°-Drehung nur um 6° je Bildabschnitt drehen: Relativ ungenau, denn du siehst den Gegner nicht zwischen den einzelnen 6°-Abschnitten (wobei man sich ja selbte in 1 Sekunde um 180° dreht 😉 ).

Bei einem Rennspiel bewegst du dich aber in einer Sekunde niemals um 180° oder du baust einen Crash. Gängig sind z.B. 30-45° Kurven, selten mal 90°. Und meist brauchst du für eine Kurve mehrere Sekunden. Ergo: Du kannst mit weniger FPS mehr Bildabschnitte darstellen, weil die Lenkung pro Sekunde deutlich unterhalb des Drehwinkels eines Shooters liegt. Wird zudem noch ein Blur-Effekt genutzt, sieht das Auge durch die visualisierte Trägheit sowieso kaum Unterschiede, höchstens bei direktem Vergleich.

Bei einem Shooter ist das was im Augenwinkel geschieht wichtig, bei einem Rennspiel, wo du dich eh auf den Fixpunkt konzentrierst, eher nebensächlich. Deshalb halt ich die 30 FPS für ok. Klar wären 60 FPS geiler, weil sie auch etwas smoother wirken, als 30 FPS + Blureffekte, aber wenn die Entwickler dadurch die Grafik so hochschrauben können, wie sie wollen, dann ist das halt so.

Kurz und knapp zusammengefaßt: Je schneller du dich in einem Spiel um die eigene Achse drehen musst, desto mehr Frames werden benötigt. Verarbeiten kann das Auge im Augenwinkel bis zu 85, flüßig wirkt es im Zentrum ab 25. Die Flüssigkeit kann mit Blur-Effekten „verwischt“ werden und dadurch wirkt das Spiel flüssiger (siehe PGR3, Sega Rally Revo,…). Bei Shooter eher hinderlich, da man ja genau zielen muss, bei Rennspielen nicht störend, da dadurch ein Geschwindigkeitgefühl aufgebaut werden kann. Mehr als 85 FPS kann man nicht verarbeiten, allerdings gibts Engines, die sich mit unterschiedlichen Frames anders steuern (z.B. der 125-FPS-„Bug“ bei Quake 3).

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Kategorien:Artikel, Technik, Videospiele
  1. Flat Eric
    24. Januar 2014 um 15:35

    30fps vs 60fps – The Magic of Story Telling Lies in Lower FPS, 30 FPS will always deliver a more “Cinematic” Experience than 60FPS.

    Mehr unter: http://wccftech.com/30fps-vs-60fps-30fps-better-story-telling-games/#ixzz2rKJTmalE

    Wird dort wirklich gut beschrieben!

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