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Outlaws endlich bei GOG: Win 64-Bit, 1080p und Aureal A3D Support!


Es hat wirklich ewig gedauert und hat sich so eigentlich nicht unbedingt angekündigt: LucasArts Klassiker Outlaws ist nun bei GOG erhältlich!

Nur so nebenbei: Auch Zak McCracken, Indiana Jones and the Emperor’s Tomb, The Dig, Monkey Island 2: Special Edition und Loom haben es auf GOG geschafft.

Disney scheint hier ein ganz massives Interesse an DRM-freien Spielen zu haben. 🙂

Zurück zu Outlaws: Der Western-Shooter basiert auf der alten Dark Forces Engine und erschien vor fast genau 18 Jahren, am 31. März 1997.

Wer es nicht kennt, sollte sich dieses Video mal anschauen. Alle anderen wissen, dass es der Titel damals nicht leicht hatte. Aber dafür enormes Kultpotenzial besitzt!

Outlaws damals…

Western-Action mit rauchenden Colts. Mal was anderes als immer nur Aliens, Monster und Dämonen. ;-)

Western-Action mit rauchenden Colts. Mal was anderes als immer nur Aliens, Monster und Dämonen. 😉

Wir schreiben das Jahr 1997. Im Bereich der 3D-Shooter dreht sich alles um Quake (Vgl. Quake vs. Outlaws). id technisches Meisterwerk rockt seit Mitte 1996 mit „echtem 3D“:

Levels aus Polygonen, alle Ingame-Models in 3D, kein Fokus mehr auf Sprites oder Rotation. Dadurch wirkten 3D-Shooter, die noch vorrangig mit Sprites arbeiteten, veraltet und altbacken (Vgl. Marathon Trilogy, 1994 – 1996, Dark Forces, Februar 1995 oder Duke Nukem 3D, Januar 1996).

Bevor LucasArts mit der „Sith-Engine“ und dem Dark Forces Nachfolger Jedi Knight im September 1997 zu id aufschließen sollte, entschied man sich, zwischendurch noch einen Western-Shooter herauszubringen. Outlaws basierte auf der alten Dark Forces Engine namens „Jedi„.

Nur noch vier namhafte Titel erschienen 1997 basierend auf alten Engines (alle im übrigen nun auf GOG.com erhätlich):

Warum LucasArts einen Western-Shooter herausbringen wollte und noch auf der alten Engine, ist mir nicht bekannt und wäre allemal ein interessantes Making-Of wert.

Quake löste einen regelrechten 3D-Wahn/Hype aus, den Quake II im November 1997 noch einmal übertrumpfte.

id ließ den Markt für 3D-Grafikkarten wie die der Hersteller 3Dfx, nVidia, ATI,

Mir gefallen die Comic-Nachladeanimationen immer noch sehr, passt zum Stil des Spiels!

Mir gefallen die Nachladeanimationen immer noch sehr, passt gut zum Stil des Spiels!

Matrox und Co. förmlich explodieren (obwohl es schon erste Games mit 3D-Beschleunigerfunktion ein Jahr zuvor gab). Von da an war klar: Sprites in 3D-Shootern haben keine Chance mehr.

Mit dem Western-Revival durch „Der mit dem Wolf tanzt“ (1990) gab es zwar mit Erbarmungslos (1992), Tombstone (1993) und Maverick (1994) ein paar erwähnenswerte Filme zu der Zeit, aber es folgten auch schnell große finanzielle Flops wie Wyatt Earp (1994), Dead Man (1995) oder Last Man Standing (1996).

Spätestens 1997 war Western in den Populärmedien völlig out. Bei Videospielen sah es zu der Zeit auch eher mau aus:

Bis auf Sunset Riders (1991 Arcade, SNES/MD), Wild Guns (1994, SNES) und Tin Star (1994, SNES, US only) gab es nur noch wenige 16-Bit/32-Bit-Versuche (neben dem LaserDisc-Trash à la Mad Dog McCree oder Lethal Enforcers II), die Leinwandaction in eine ordentliche Spielform zu verfrachten.

Keine guten Voraussetzungen also…

Die Presse

Die Kombination aus einem Western-Shooter und einer alternden 3D-Engine war gewagt. Als Outlaws erschien, sparte die Presse nicht mit Kritik:

Jörg Langer aus der PC Player 6/97, S. 64-65:

Die Dark-Forces-Engine ist veraltet, die Grafik zu langsam, die Gegner zu pixlig, die Waffen zu ähnlich. – 3/5 Sternen, bzw. 68%.

Die PowerPlay 6/97 setzte noch einen drauf:

Die langersehnte LucasArts-Knallerei „Outlaws“ bietet statt hochkarätiger Sergio-Leone-Action in etwa soviel Spannung wie eine „Bonanza“-Folge. Eine hoffungslos veraltete 3D-Engine und ein mäßig ausgewogener Mehrspielmodus lassen den Heimdjango kalt. – 54%

Die PC Joker (78%, im Doppeltest mit Redneck Rampage, welches 71% bekam) erkannte zumindest, dass Outlaws mehr bot, als man auf den ersten Blick zu sehen vermochte:

Outlaws wiegt optische Schwächen mit inneren Werten, Atmosphäre und in die Tiefe gehendem Gameplay auf.

Tragen sehr zur Atmosphäre bei: Die Comic-Zwischensequenzen

Tragen sehr zur Atmosphäre bei: Die Comic-Zwischensequenzen

Die beiden Schwester-Magazine PC Action und PC Games sahen Outlaws sehr viel positiver:

 Outlaws steckt auch Leute an, die mit Western nicht viel am Hut haben. Die Gründe dafür sind eine spannend erzählte Hintergrundgeschichte, das sehr abwechslungsreiche Gameplay und eine Spielatmosphäre von unglaublicher Dichte. – 82%

Die PC Action 5/1997 setzte Outlaws sogar auf das Cover und stellte fest:

Wer sich neben Technik-jubelnden Aaahs und Ooohs noch einen Blick für tolle Atmosphäre und eine intensiv erzählte Geschichte bewahrt hat, wird an Lucas Arts‘ Outlaws nicht vorbeikommen. – 84%

Outlaws Hardwareanforderungen

Damals ganz schön Hardware fressend: Erst ab einem P120 konnte man sich an höhere Auflösungen wagen, aber erst mit einem P166 war auch die höchste Auflösung spielbar.

Mit der Performance hatte Jörg nicht unrecht: Outlaws lief nur auf potenten Rechnern rund und bot dabei nicht gerade einen Augeschschmaus. Das lag auch daran, dass es keinen 3D-Karten-Support gab.

Erst zwei Monate nach Release erschien der 3Dfx-Patch, mit dem man sich auch auf weniger schnellen Maschinen an Auflösungen wie 640×480 ranwagen konnte (Vgl. 3Dfx for Outlaws? und 486-DX4/P100)

Aber das Thema ist ja heute kein Problem mehr und wenn die inneren Werte stimmen, lohnt es sich doch erst recht, mal reinzuschauen. Denn: Outlaws ist so etwas wie ein Kulttitel geworden (1,2,3,4) und viele Fans haben sich eine Re-Release gewünscht. Das ist nun wahr geworden!

Outlaws heute…

GOG.com ist derzeit die einzige Plattform, die den Titel digital anbietet. Standardmäßig startet das Spiel mit der 3Dfx-Version und ist auf die neuste Version aktualisiert (2.0).

Die 3Dfx-Version hat aber eine Option deaktiviert (um damals Speicherplatz auf den Karten zu sparen), die man auf jeden Fall aktivieren sollte (Anmerkung: Ist nun anscheinend mit der neusten Version auf GOG gefixt!).

Ansonsten werden Sprites nur von 4 Seiten angezeigt und nicht von 8 bzw. 16 (!) bei Tieren! Das ist zwar auch nicht gerade ein Animationswunder, aber besser als der 90°-Standard.

Also startet die Datei olcfg.exe im Hauptverzeichnis (als Admin!) und geht dann in die „Advanced“ Optionen. Dort klickt ihr an:

Maintain all sprite directions

Et voilà: Alles ist nun so, wie im Direct3D-Modus, der 2001 nachgereicht wurde.

Läuft derzeit problemlos auf Win 7 32-Bit und Win 8.1 64-Bit (Intel HD3000 und HD4000). Leider gibt es noch keine Linux-Option.

Falls es zu wilden Farbverwirrungen kommt, einfach mal diesen kleinen Patch ins Hauptverzeichnis kopieren (Quelle).

otlws9Und neben dem famosen Soundtrack gibt es noch die Option für Aureal A3D (leidige Geschichte), die ihr mit diesem Wrapper (Thread dazu) nutzen könnt.

Es funktioniert (kommt zumindest keine Fehlermeldung mehr), aber ich erkenne nicht so viel Unterschiede zwischen dem normalen (Direct)Sound (16 Channel) und A3D (in diesem Fall in der Version 1.1).

Und nun kann sich jeder selbst ein Bild vom wilden Westen machen 🙂 , eine bessere Version hat die Welt jedenfalls bis jetzt nicht gesehen:

  • 1080p (4:3, zumindest mit 3Dfx, ansonsten 1600×1200 via D3D)
  • Aureal A3D 1.1
  • > 60 FPS
  • Windows 64-Bit Support

Outlaws läuft sogar in 1920x1080 (mit schwarzen Balken)

PS: Und wer nun Lust auf Western-Spiele bekommen hat, sollte mal in diese Top-10 reinschauen. 😉

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Kategorien:Artikel, Videospiele
  1. 24. März 2015 um 17:34

    Wunderbar! Besorg ich mir sogleich! =)

  2. Flat Eric
    24. März 2015 um 14:22

    Update 24.03.2015: Ok, mit der neusten Version ist die Option „Maintain all sprite directions“ standardmäßig aktiviert und es gibt eine Verknüpfung zu olcfg.exe. Sauber! 🙂

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