Ein PAL Nintendo 64 an moderne Geräte anschließen


Will man heute alte Konsolen an moderne Geräte anschließen, fällt auf: die „alten“ Anschlüsse wie Scart, Component (YPbPr/YCbCr-Signale) oder S-Video sind selten geworden. Vielleicht gibt es noch einen Video-Eingang (Composite-Video genannt aka FBAS oder CVBS), aber da wissen wir, dass damit die Qualität niedrig ist. Gerade je größer die Geräte sind.

Das N64 wird zu unrecht als „Nebelwerfer“ verschrien. Denn es gibt Möglichkeiten, ein deutlich besseres Bild auszugeben, als das in PALien vorgesehen war. Aber der Weg dahin ist nicht so einfach wie bei anderen Plattformen. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Welche Möglichkeiten gibt es nun also, ein PAL-N64 an neue Geräte ohne die entsprechenden Eingänge anzuschließen? Adrian Wöltche hat 2015 einen wunderbaren Beitrag erstellt, der unbedingt gelesen werden sollte!

Aber seitdem haben sich noch ein paar Dinge getan, daher will ich hier einen kleinen Einblick speziell zu PAL-Geräten geben, mit dem Ziel, das N64 per HDMI anzuschließen.

S-Video bei PAL als Maß der Dinge

Das N64 (PAL) ist nicht „einfach“, was seinen Video-Ausgang angeht. Ohne RGB-Mod geht nur S-Video als beste Ausgabequalität (Achtung: es gab dazu nie ein offizielles Kabel seitens Nintendo, mehr dazu später).

Hier wäre das „Beste“ ein Bitfunx/Kaico-Adapter. Die Qualität entspricht anderen (teuren) S-Video-Lösungen wie dem EON Super 64 [Diskussion], der sowieso (fast) nicht erhältlich ist. Kostenpunkt: 70€ (mit HDMI-Kabel)

Es wird im Gegensatz zu den meisten anderen Adaptern nicht Composite verwendet, sondern das S-Video-Signal abgegriffen und als Besonderheit wird die Auflösung auf 480p „verdoppelt“ und in ein echtes progressives Signal skaliert.

Inhaltlich basieren diese Lösungen alle auf der gleichen Hardware des RetroTINK 2X und bringen daher auch eine Smoothing-Option mit, die das Bild weicher erscheinen lässt und Kanten verschwinden lässt. Gerade beim N64 und den vielen 3D-Spielen kann das hilfreich sein.

Spiele-Welten hat das Kabel bzw. den Adapter hier getestet:

Oder man nimmt einen RetroTINK-Clone ODV (ca. 60€, alternativ RetroScaler 2X, auch ein RetroTINK-Clone, den ich selbst verwende oder man greift gleich zu den Originalen). Dazu sollte noch ein ordentliches S-Video-Kabel her (z.B. von TheFoo83, derzeit leider keine auf Lager), das kostet ~20€ bzw. ~50€ mit allem drum und dran (VAT & Versand nach DE). Alternativ für 54€ aus DE.

Ein paar habe ich selbst verglichen und es zeigt sich relativ eindeutig, welchen Einfluss gute Kabel in diesem Bereich haben: S-Video mit FBAS-Option sind bauartbedingt schon schlecht geschirmt, es laufen „Wellen“ durch das Bild (Schachbrett-Muster) und der Ton kann je nach Setup knarzen.

Kostenpunkt: 80-110€, aber flexibler in der weiteren Nutzung: auch andere Geräte können hiervon profitieren, als Eingänge werden Component, Composite und S-Video angeboten. Das sieht schon sehr ordentlich aus und sollte für den preisbewussten N64-Spieler mit etwas Anspruch gut ausreichen:

RetroTINK2X mit VGP-S-Video-Kabel, Smoothing aktiviert (ohne Smoothing) – das Ganze via Slider

Kleiner Exkurs: Meist handelt es sich im Handel um S-Video-Kabel für die Verwendung an NTSC-Geräten. Ist das ein Problem? Jein. RetroTINK funktioniert anscheinend mit S-Video-Kabeln für NTSC-Geräte an einem PAL-N64 und gleicht die fehlenden Bauteile im Kabel oder der Konsole aus.

Der RetroScaler 2X müsste das eigentlich auch können (zum ODV kann ich leider nichts sagen), produziert jedoch nach kurzer Zeit „zittrige Wellen im Bild“. Hier hilft tatsächlich nur der Fix im Kabel (bzw. in der Konsole) oder der Kauf eines fertigen Kabels (~50€).

Finger weg von generischen HDMI-Adaptern!

Achtung: Den Rest (also ein günstiges S-Video-Kabel + HDMI-to-S-Video-Converter) könnt ihr in die Tonne kloppen. Auch wenn es billig sein kann (über AliEx sicherlich zusammen für ~30€ erhältlich), es wird immer Lag verursacht und im Prinzip wird lediglich das FBAS-Signal verwendet, durchgeschliffen und hochskaliert. Das schont vielleicht den Geldbeutel, ist aber nicht zu empfehlen: Sättigung, Kontrast, Schärfe und Helligkeit leiden bei der Konvertierung, die Eingabeverzögerungen sorgen für Frust.

Und man darf sich nicht von einem billigeren BitFunx/Kaico-Adapter täuschen lassen, als der, den ich oben genannt habe (wird oft auch als „SNES/N64/GameCube-Kabel“ beworben): bei den billigeren Lösungen wird FBAS abgegriffen und zu HDMI gequetscht. Also quasi ein Composite -> HDMI-Adapter in einem Kabel. Das von Hyperkin funktioniert genau so und skaliert die Pampe auf 720p hoch.

Die Qualität bleibt bescheiden, Probleme gibt es mit dem Kontrast, den Farben, der Helligkeit und so gut wie immer mit dem Lag (s. als Beispiel das Pound-Cable, das wie BitFunx/Kaico oder Hyperkin mit ähnlicher Technik im Umlauf ist). Ein Composite-Eingang direkt am TV liefert wahrscheinlich ein besseres Bild als diese Adapter und vor allen Dingen weniger Lag.

Übrigens: auch wenn das N64 ein recht ordentliches Composite-Bild erzeugt, so entsteht gerade bei viel Schrift das sogenannte „Color-Bleeding“, neben Nachteilen wie ein grundsätzlich kontrastärmeres und weniger stabiles Bild:

Quelle: RetroGameCouch: https://www.youtube.com/watch?v=NVFUKmQ-5aQ. Schärfer wird es dann nur, wenn ihr weiterlest 🙂

Kurzexkurs Lag

Weil das Thema einfach wichtig ist: Lag wird durch mehrere Faktoren verursacht (TV, Beamer, Funksignale des Controllers, Bildverbesserungsmodi, De-Interlacing). Es gibt seit Jahren zahlreiche Beiträge (und einen Wikipedia-Eintrag), die das Thema besprechen und bezeichnet im Prinzip die Verzögerungszeit zwischen Eingabe und Anzeige auf dem Bildschirm.

Sprich: Drückt man einen Knopf und muss man 1 Sekunde warten, bis diese Eingabe auch dargestellt wird, kann absolut nicht mehr von einem lagfreien Spielerlebnis gesprochen werden. Je nach Genre merkt man dies mehr oder weniger schnell.

Hinzu kommt die Aufbereitung von Signalen, z.B. Scaler/Linedoubler (OSSC, GBS-C, RetroTINK,…), Capture Cards oder eben Signal-Konverter (z.B. Composite auf HDMI). Ein Frame entspricht je nach Fall ca. 16,67ms (grob, je niedriger die Framerate, desto fataler ist der Lag übrigens, was beim N64 ja ein Problem ist). RetroRGB hat einen schönen Beitrag dazu gemacht, den man sich bei Interesse unbedingt anschauen sollte.

Ein Röhrenfernseher von damals mit einem kabelgebundenen Controller verursachte z.B. so gut wie kein Lag und daher ist dieses Thema gerade im Retrogaming-Bereich so wichtig: Ein LCD verursacht Lag, Bluetooth verursacht Lag (mehr noch als eine 2.4GHz-Verbindung), Bildverbesserungsoptionen können ganz viel Lag verursachen (dagegen „helfen“ oft „Gaming-Modi“ ohne „Bildverbesserungsoptionen“).

Dazu eine kleine Übersicht:

NameLag
RetroTINK2X<0,1 frames (>1ms)
RetroTINK5X Pro~0.25 frames in Framelock, 0.25 to 1.25 frames in Triple Buffering (4ms – 20ms)
OSSC<0,1 frames (>1ms)
GBS-C0,1 – 1,25 frames (1ms – 20ms)
N64Digital0,1 – 1 frame (1ms – 16ms)
Framemeister~1,5 frames (24ms)
„Billig-Adapter-Lösungen“~3 – 5 frames (~60ms), teilweise bis 300ms
Scart 2 HDMI3,5 – 4 frames (~60ms, das ganze noch schwankend)

Zählt man nun 25ms für das Display dazu, 15ms für den Wireless-Controller und eventuell noch 16ms für den Scaler, ist man schnell im Bereich von >60ms nur in der Grundausstattung. Dazu kommt ja im Endeffekt noch das Spiel, das je nach Engine auch mal ~70ms mitbringen kann.

Lag ist bis 50ms kaum wahrnehmbar und wird i.d.R. bis 100ms nicht als störend empfunden. Ab 100ms wird der Effekt immer wahrnehmbarer und sollte daher vermieden werden (Achtung: wir reden hier nicht von Latenzzeit (Ping), Datenübertragung oder Bandbreite, diese Faktoren kommen bein Online-Gaming noch dazu!).

Beim N64 und vielen Spielen, die ja oft nur in 20 – 25 FPS laufen, ist auch jeder Frame kostbar. Und da versagen die „Billigheimer“ so gut wie immer.

Geht’s noch besser?

Ohja, man vermutet es ja: Ein RGB-Mod wird in quasi jeder Diskussion als Alternative genannt! Natürlich wäre das eine wirklich gute Sache, das Thema wird schon seit Urzeiten diskutiert (z.B. Videogames 3/98). Eine richtige Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten würde diesen Beitrag jedoch um ein Vielfaches sprengen. Trotzdem ein kurzer Einblick in die Fakten:

Ja, die Bildqualität wird noch besser, wobei das N64 schon von Haus aus ein gutes S-Video-Signal produziert. Andererseits ist ein Umbau deutlich aufwändiger und kostspieliger als die Plug-n-Play-Versionen. Trotzdem sollte man einen Umbau ernsthaft in Betracht ziehen, wenn man mehr will (und mehr ausgeben möchte/kann, denn sonst wird es ohne geeignete Lötkenntnisse dreistellig).

Für einfache Umbaumaßnahmen kann man im Circuit-Board vorbeischauen, auch mkay auf neXGam bietet solche Umbauten an (40-50€, je nach Mod, zuzüglich der benötigten Bauteilen). Dann wird z.B. die RAD2X-Lösung interessant (ca. 75€), ein OSSC (>110€) oder ein GBS-C (>60€, ca. 170€ „fertig“ inkl. Scart-Eingang, mein derzeitiges Lieblingsgerät).

Der Preis ist heiß

Kostenpunkt: Es ist wirklich schwer hier Zahlen zu nennen, denn wer alles selbst machen kann (bspw. RGB-Mod und GBC-S), kommt natürlich günstiger weg, benötigt jedoch Zeit und gute (!) Lötkenntnisse. Wer alles „einkaufen“ muss, zahlt insgesamt locker >220€.

Und es gibt unterschiedliche Mods (Tim Worthington, Voultar, F_L_a_S_H, DIY), mit denen man sich befassen kann. Meine Empfehlung ist die (Premium-)Lösung von Borti (N64 RGB Advanced, fertig ca. 125€), da sie mit (fast?) allen N64 geht (also auch PAL-N64) und die beste Option mit den meisten Funktionen ist (z.B. OSD, De-Blur-Filter, was das ist, wird hier gut erklärt) – im Vergleich zu klassischen und günstigeren DIY-THS7374/7314-Boards (>25€).

Eine wichtige Sache: Die günstigen RGB-Mod-Lösungen (THS7374/7314-Boards) gehen nicht mit einem PAL-N64! Somit ist ein „Einstiegs-Mod“ bei einem NTSC-N64 einfacher als bei einem PAL-Gerät, jedoch laufen dann Original-PAL-Spiele nur via Import-Adapter (oder UltraPIF-Lösung). Und auch nicht alle NTSC-Geräte sind kompatibel. Die Suche nach französischen RGB-PAL-N64 ist mittlerweile überholt (da zu teuer und kaum mehr verfügbar).

Dazu wird natürlich immer ein gutes Scart-RGB-Kabel benötigt, das kostet ca. 20€ (immer empfehlenswert von TheFoo83), wobei nach oben vieles offen ist (~65€).

Quelle: helswake: https://www.youtube.com/watch?v=-mYE_UitogA

Was kommt in Zukunft?

Es gibt mit UltraHDMI eine knackscharfe Möglichkeit. Mit zwei Haken: es ist sehr teuer (>250€) und selbst wenn Geld keine Rolle spielt, so ist der Umbau so gut wie nicht erhältlich. Aber es gibt Aussicht auf Besserung!

Mit PixelFX‘ N64 Digital gibt es eine sehr ähnliche Lösung (leider schon wieder ausverkauft, soll aber wieder produziert werden, Kostenpunkt ~200€), die darüber hinaus noch unzählige Features mitbringt. Es bleibt jedoch dabei: Es muss eine Platine eingebaut und das Gehäuse modifiziert werden. Dafür gibt es am Ende das mit Abstand beste Bild im Vergleich zu den „Analog-Lösungen“:

Last but not least gibt es auch noch von Borti einen Quasi-Nachfolger der Advanced-Lösung, diesmal jedoch (sehr wahrscheinlich) komplett digital: N64Advanced2 mit einer Hülle und Fülle an Funktionen! Eine Sache, warum gerade das sehr spannend werden kann: Es soll Open Source werden! Wann und wie, steht noch in den Sternen, aber das Projekt sollte man im Auge behalten.

Ein letzter Hinweis noch: Auch mit diesen Lösungen gibt es kein „Region-Free-N64„. Das ist die Thematik CIC/PIF. Wie das mit dem N64Digital funktioniert, hat Borti hier erläutert. D.h. auch diese Digital-Lösungen machen ein N64 nicht gleich „region free“, zumal die Modulschächte zwischen NTSC-US und NTSC-JAP bzw. PAL unterschiedlich sind. Aber das würden Rahmen dieses Beitrags sprengen.

Fazit

Wenn man sich die Kernlösungen anschaut, hier etwas kompakter zusammengefasst. Die Skala von 1-10 wird von mir grob eingeschätzt und ist je nach Konstellation sicherlich unterschiedlich zu bewerten. Gerade bei den RGB-Mod-Möglichkeiten gibt es sehr viele unterschiedliche Lösungen, da noch ein externer Scaler benötigt wird (OSSC, GBS-C, RetroTINK-Scart oder gar 5X-Pro) und PAL-N64 teurer zu modden sind (Tim Worthington, Borti,…).

Die Preise für NTSC-N64 sind gerade so dermaßen am Steigen, dass es sich fast wieder lohnt, ein PAL-N64 mit einem guten Mod auszustatten, wenn man ein solches Gerät sowieso schon zu hause hat.

Die Rechnung ist also von so vielen Faktoren abhängig, dass man hier nicht wirklich sagen kann, was es kostet. Ein MClassic ist übrigens meiner Meinung nach Geschmackssache, ich halte nicht sehr viel davon (Kostenpunkt ~100€).

TL;DR

RF: 1/10 (das hat hoffentlich niemand mehr im Einsatz), Composite/FBAS 3-4/10 (Standard-PAL-N64-Setup, ohne Lag oder Konvertierungsproblemen wie bei diversen Adaptern), S-Video 4-7/10 (je nach Kabel, 5 – 50€). Das wäre ohne HDMI-Option meine Bewertung. Hier gliedern sich dann folgende Lösungen ein:

Lösung PAL-GeräteQualität Umbau? PreisKommentar
Composite to HDMI-Adapter2/10 nein ~10€ Laggy, verwaschen, das Geld nicht wert (Bild, Quelle)
Hyperkin-/HDMI-Adapter2-3/10nein~30€ HDMI, aber dunkel, Kontrast-/ Farbverluste der üblen Sorte, laggy (Bild, Quelle)
HDMI-Kaico/BitFunx-Adapter6/10nein~65€ Günstigste Lösung (Bild, Quelle)
Gutes S-Video Kabel + RetroTINK (Mini, 2X,…)6/10nein~110€ flexiblere Lösung (Bild, mit smoothing)
DIY RGB + RAD2X7-8/10ja>155€ Wenig flexibel, 480p only (Bild, Quelle)
DIY RGB + DIY GBS-C + Kabel8-9/10ja>160€ Flexibel, unzählige Lösungen: klick (Video)
DIY RGB + OSSC + Kabel8-9/10ja>220€ Flexibel, unzählige Lösungen: klick (Video)
HDMI-Mod (ohne Einbau)10/10ja>200€ aufwändig, aber beste Lösung (auch Features) (Video)
HDMI-Mod + Einbau10/10ja>270€ Money, money, money…

Bewertungs-Info

Eigentlich müsste man alle Quellen selbst testen. Immer mit einem Standard-Spiel. Der Aufwand ist immens, lohnt sich natürlich, ist aber mit extrem viel Zeit verbunden. Und man muss auch sagen: Die größten Unterschiede sind relativ einfach in den Lösungen ohne RGB-Mod sichtbar.

Trotzdem noch ein paar Worte dazu: Es entscheidet am Ende nicht nur die reine, statische Bildqualität: Kontraste, Helligkeit oder Farben kann man irgendwie manchmal noch anpassen, aber schon hier sorgen entsprechende Adapter für dauerhafte Enttäuschung. Viel wichtiger ist zudem noch die Lag-Komponente, die man z.B. mit einem Time-Sleuth testen kann. Mein Hauptgerät kommt grundsätzlich auf 25ms Lag (ca. 1 Frame), bei meinem Monitor sind es ~10ms.

Weder RetroTINK (und Clone), GBS-C, OSSC oder die Digital-Lösungen sorgen hier für Extra-Lag, meist kommen je nach Einstellungen und Buffer nur wenige Millisekunden dazu. Bei den Billig-Kabeln oder Adaptern reden wird hier teilweise von 50 – 70ms, da hinzukommen! Kein Wunder, dass es damit fern ab eventuell akzeptabler Bildqualitäten zu unspielbaren Ergebnissen kommt. Meistens gibt es beides im Doppelpack: Weder eine gute Bildqualität, noch akzeptable Lag-Werte.

Und nicht zu vergessen sind natürlich noch die Features! De-Blur, Smoothing-Filter, CRT-Masken, Scanlines. Hier kann man grob sagen: je teurer, desto mehr ist möglich und gibt es. Wem solche Features wichtig sind, wird diese bei den günstigen Lösungen nicht finden und erst GBS-C und Co. bieten flexiblere Einstellungen und Möglichkeiten an, das N64-Spielerlebnis so anzupassen, dass es richtig Spaß macht.

Und zu guter Letzt: Es ist alles hochgradig subjektiv und stellt nur meine Meinung dar. 😉

Bildmaterial und mehr

Falls ihr Fragen zu meinem Setup habt: Ich betreibe derzeit ein PAL-N64 mit modifiziertem S-Video-Kabel an einem RetroScaler 2X und ein (J-)NTSC-N64 mit THS7314-RGB-Mod und einem Nintendo-Gamecube-Scart-RGB-Kabel an einem OSSC bzw. GBS-C. Dazu gesellt sich mittlerweile ein N64Digital. Hier noch ein paar Bilder (teilweise leider keine direkten Captures, sondern Fotos, einfach „Grafik in neuem Tab öffnen“, um die volle Auflösung zu erhalten):

https://circuit-board.de/forum/index.php/Attachment/154970-IMG-20200910-091849-jpg/
Günstiges S-Video-Kabel an PAL-NTSC via RetroScaler 2X: das Schachbrettmuster nervt, „fließt“ durch das Bild und stört die Optik
https://circuit-board.de/forum/index.php/Attachment/155513-IMG-20200918-211339-jpg/
Gutes S-Video-Kabel (Retro-Square-Shop) an PAL-NTSC via RetroScaler 2X
https://circuit-board.de/forum/index.php/Attachment/154972-IMG-20200910-092014-jpg/
Original Nintendo Gamecube-Scart-RGB-Kabel an RGB-Mod-NTSC-N64 (THS7314) via OSSC + Scanlines

Composite (Nintendo-Standard-Kabel) vs. S-Video (immer gutes Kabel), PAL-N64. Zur Erinnerung: RetroScaler 2x ~ ODV ~ RetroTINK 2X:

https://circuit-board.de/forum/index.php/Attachment/156037-IMG-20200929-100947-jpg/
Composite PAL-N64 via RetroScaler 2X
https://circuit-board.de/forum/index.php/Attachment/156036-IMG-20200929-100925-jpg/
S-Video PAL-N64 via RetroScaler 2X
https://circuit-board.de/forum/index.php/Attachment/156581-IMG-20201010-191951-jpg/
Composite PAL-N64 via RetroScaler 2X
https://circuit-board.de/forum/index.php/Attachment/156058-IMG-20200929-110224-jpg/
S-Video PAL-N64 via RetroScaler 2X
https://circuit-board.de/forum/index.php/Attachment/156063-IMG-20200929-115203-jpg/
S-Video PAL-N64 via RetroScaler 2X (smoothing enabled)
https://circuit-board.de/forum/index.php/Attachment/156062-IMG-20200929-114703-jpg/
S-Video PAL-N64 nativ (ohne HDMI)
https://circuit-board.de/forum/index.php/Attachment/156059-IMG-20200929-110258-jpg/
Scart-RGB NTSC-N64
Composite: Farben verwaschen, color bleeding bei „TM“, die Abstände der Zeilen stimmen teilweise nicht, das Bild ist unruhig, der Text kaum lesbar. Das Dolby-Logo ist kaum lesbar, genau wie die unterste Zeile. Die 6 bei N64 wird nicht korrekt aufgelöst (gerader Balken oben).
S-Video (VGP): Es kommt eine generelle Schärfe ins Bild, das Logo ist deutlich besser erkennbar, es gibt kein color bleeding mehr, man kann die deutlich bessere Bildqualität erkennen. Das Bild wirkt ruhiger, die Farben sind besser abgegrenzt
Scart-RGB mit Mod: Über GBS-C kommt man inklusive eine Hochskalierung vom OSSC auf ein sehr hohes Niveau, was deutlich nochmal die Schriftqualität verbessert und generell die Schärfe unterstützt. Mod ohne de-blur, schärfer ist es kaum möglich.
N64Digital: Es wirkt fast schon wie ein Bild vom Emulator, ich musste ein wenig das Bild anpassen, weil ich bei den PAL-Geräten nur die PAL-Version habe, hier NTSC. Alles wirkt scharf, sogar die letzte Zeile ist nun lesbar, das Dolby-Logo wirkt klar abgegrenzt zum Hintergrund. Das Bild wurde „softer“ dargestellt, um weniger Kanten zu erzeugen.

Wer lieber Slider mag:

Composite vs. S-Video

Composite vs. Scart-RGB

S-Video vs. Scart-RGB

Und im Detail, man beachte, wie Composite zahlreiche Details unterschlägt:

Composite vs. S-Video

Composite vs. Scart-RGB

S-Video vs. Scart-RGB

Dazu noch neu:

Scart-RGB vs. N64Digital

N64Digital de-blur vs. N64Digital

Videosammlung auf YouTube (CC-BY) zum N64Digital:

2 Kommentare zu „Ein PAL Nintendo 64 an moderne Geräte anschließen

  1. Hallo Adrian, vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar! Und danke für deine Einschätzung!

  2. Sehr schöner Beitrag! Schade dass es so schwierig wird mit französischen PAL RGB N64, aber das war ja zu erwarten, die gibt es leider nur begrenzt.
    Was auch schon recht ordentlich funktioniert ist der RAD2X an einem unmodifizierten PAL N64, der fällt dann zwar (leider) auf Composite zurück und nicht S-Video, aber da er das Signal direkt am Anschluss digital verarbeitet, wird kein längerer analoger Signalweg über ein Composite-Kabel zurückgelegt, das Bild ist also besser als via Composite-Kabel und der Lag ist auch fein, da der RAD2X ja auf dem RetroTink basiert. Der Vergleich könnte preislich auch noch interessant sein, zumindest hatte ich inzwischen mehrere Kontakte die gezielt eine Lösung ohne Umbau möglichst günstig und einfach gesucht hatten. Und da glänzt der RAD2X finde ich nochmal enorm, weil er so einfach schon ein recht gutes Bild für einen fairen Preis liefert, meine Meinung! Viele Grüße und vielen Dank fürs Verlinken, das hat mich sehr gefreut 🙂
    Adrian Wöltche

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