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Rockbox auf Sansa Clip+


Update 3. Mai 2012: Wer kennt das nicht? Eine zickende offizielle Firmware (OFW), zu wenig Infos oder fehlende Funktionen. Die Alternative: Eine Custom Firmware (CFW) wie Rockbox! Es wird offiziell vom Clip+ unterstützt (und anderen Playern) und mittlerweile funktioniert der USB-Modus problemlos (siehe Update 3.11). Daher wird die OFW nur noch für die Installation benötigt. Doch was bringt Rockbox und lohnt sich der Stress?
Rockbox auf dem Sansa Clip+ (Plus)

Installation

Zu aller erst: Die Rockbox Firmware läßt sich sehr einfach installieren: Rockbox-Utility runterladen, Clip+ anschließen. Dann: Schnellstart >> Komplette Installation wählen. Es lassen sich damit auch alle Themes installieren. Die restliche Dokumentation kann direkt in der Anleitung des Players nachgelesen werden (PDF).

Alle Musikdateien, die sich auf dem Clip+ im internen Speicher oder extern auf der MicroSD-Karte befinden, bleiben erhalten. Es wird nur parallel zur OFW die CFW installiert, d.h. man hat auch mit Rockbox immer noch die Möglichkeit, die OFW auszuführen (beim booten die Home-Taste, links oder unten gedrückt halten).

Vorteile

In erster Linie bietet eine CFW deutlich mehr Einstellungsoptionen und mehr Features als eine OFW (zu beachten ist allerdings der mögliche Verlust von DRM-Funktionen). Diese kann man auf der Rockbox-Homepage vergleichen. Ich möchte mich meiner Meinung nach auf die wichtigsten Mehrwerte konzentrieren:

  • Battery Time Indicator: Die CFW bietet die Möglichkeit, die verbleibende Akkulaufzeit in Stunden und Minuten anzugeben. Dies ist gerade dann ein Vorteil, wenn man der grafischen Darstellung der OFW keinen Glauben schenken will, da diese ab der Mitte der Anzeige rapide nach unten sinkt. Zudem ist die Anzeige der CFW deutlich genauer (grafisch oder numerisch) und die Akku-Laufzeit insgesamt ein wenig höher als mit der OFW! Ein dickes Plus in meinen Augen und größter Kritikpunkt des Clip+, denn nun kann ich auf mittlerer Lautstärke bis zu 12 Stunden OGG/MP3-Lieder hören. Gerade OGG-Dateien ließen die Akkulaufzeit des Players schnell nach unten schnellen.

    Rockbox Abspielmodus mit "Literal More Theme"

    Rockbox im Abspielmodus

  • Themes und veränderbare Abspielanzeigen: Ein großer Nachteil der OFW sind die nur rudimentären Angaben während das Abspielens (Interpret, Titel, Zeitbalken, Abspieldauer und kleinere Funktionsangaben). Durch Themes lassen sich wesentlich mehr und vor allen Dingen sinnvollere Angaben anzeigen lassen (siehe Beispiele). Ich lasse mir nun die Uhrzeit anzeigen (diese ist in der OFW unverständlicherweise im Menü versteckt und damit unbrauchbar), die Bitrate der Dateien, den Albumnamen, die verbleibende Zeit, den Playlist-Namen und die Jahreszahl des Stücks. Dank CFW lassen sich aber ganz individuelle Styles nutzen und es werden mit Sicherheit noch weitere nachkommen.
  • Gapless Playback, Crossfading oder Cuesheet-Support: Das lückenlose Abspielen von Dateien bereitet mit der OFW immer wieder Probleme. Rockbox ist hier nicht perfekt (bei FLAC klappt es besser), aber die Lösung ist meiner Meinung nach gelungen. Crossfading und Cuesheet-Support sind nur weitere Beispiele, was mit einer CFW alles möglich ist.
Es lassen sich individuelle Sendernamen vergeben

Radio Liste

Es gibt weitere Vorteile bei der Radio-Funktion (es können z.B. Sendernamen vergeben werden), der Empfang ist etwas besser, man kann direkt im MP3-Format Radio- oder Sprachaufnahmen machen und natürlich gibt es noch einige nette Spielereien wie Textdatei-Support, Spiele (sehr lustig, aber sinnlos: Doom auf dem Clip+ 😀 ) oder kleinere Programme (Kalender, Taschenrechner,…). Rockbox besitzt zudem eine Weckerfunktion, ein Anschluss an externe Boxen vorrausgesetzt.

Spiele sind auf dem kleinen Display schwierig zu steuern, aber möglich

Rockbox‘ Solitair

Die Navigation ist insgesamt recht einfach. Es besteht weiterhin die Möglichkeit der Ordner-Navigation oder über die ID3-Tag-Datenbank. Die Datenbank kann auf Knopfdruck aktualisiert werden und ist deutlich (!) schneller als bei der OFW. Das Indexieren einer vollbefüllten MicroSD-Karte (Class 6, SanDisk) und 1GB internen Speichers dauert nur noch 30 Sekunden! Wer seine MP3-Tags bearbeiten möchte, kann dies z.B. mit MP3Tag machen.

Nachteile

Wer DRM-Dateien verwenden will, muss bei Rockbox passen. Rockbox sieht keinen DRM-Support vor, auch ist dieser nicht geplant. Wer also iTunes mag, wird Rockbox nicht wirklich gut finden, auch wenn es (umständliche) Lösungen gibt. Einen Nachteil gibt es auch: Man kann mit guten Kopfhörern ein leichtes Rauschen hören, wenn Tracks nachgeladen werden. Das Problem wird hier und da beschrieben und es gibt derzeit keine Lösung. Dies ist zwar bei der OFW auch der Fall, aber viel leiser. Vom internen Speicher gibt es diese Probleme nicht in dem Maße.

Fazit

Alles in allem ist die Rockbox-FW bis jetzt eine deutliche Bereicherung für den Clip+. Der Funktionsumfang ist angestiegen, die FW reagiert schneller auf Eingaben (z.B. bei der Aktualisierung der Datenbank) und die Akkulaufzeit ist im Vergleich zu den vorherigen Versionen verlängert worden und übertrifft teilweise sogar die OFW! Es gab bisher keine Abstürze oder Probleme, wobei die Software sicherlich nicht fehlerfrei läuft und Probleme verursachen kann. In diesem Sinne erfolgt die Aktualisierung des Players wie immer in eigener Verantwortung.

Update 30. Januar 2011: Die Akkulaufzeit beträgt mit der neusten FW 14h 23 Minuten. Getestet mit Ordnernavigation und einem Mix aus OGG, MP3 und FLAC in Endlosschleife bei niedriger Lautstärke. Den meisten Strom verbraucht die Radio-Funktion und ständiges Anschalten des Displays. Wird dieses nicht benutzt (wie eben bei diesem Test), ist die Laufzeit am längsten. Die Akkulaufzeit über MicroSD (8GB Transcend Class 6) sinkt ein wenig, testet man diese unter gleichen Bedinungen nur über die Karte, sinkt die Zeit auf 11h 45 Minuten. Wer also einen Dauerläufter sucht, der sollte sich ein anderes Produkt suchen. Aber da ich eh immer wieder Podcasts auf den Player spiele, ist das Teil sowieso alle 3-4 Tage an der Quelle. 😉

Update 3. Mai 2012: Er läuft, und läuft, und läuft. Täglich 2-3 Stunden und er fliegt alle paar Monate auf Steintreppen hinunter. Bis jetzt keine Probleme… 🙂 Und endlich gibt es nun einen nativen USB-Support mit der neusten Firmware! D.h. ihr könnt nun, wenn Rockbox gestartet ist und ihr ein USB-Kabel anschließt, auf den Speicher zugreifen! Die OFW wird nicht mehr benötigt, wird aber gebootet, wenn der Player ausgeschaltet ist und ihr den Kabel einsteckt. Somit ist der Rockbox-Support perfekt, funktioniert einwandfrei als Masenspeicher unter Linux, WinXP, Win7 und OSX!

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Kategorien:Technik
  1. Flat Eric
    23. August 2013 um 12:26

    Hallo Manuela,

    also eigentlich lohnt sich ein Update nicht, wenn alles einwandfrei läuft. Am besten, du lässt dir die Seite via Google Translate o.ä. übersetzen, so schwer ist das ja nicht.

  2. manuel
    20. August 2013 um 20:25

    Hallo ! Habe seit ca 1 Jahr rockbox läuft einwandfrei ! Lohnt sich da das update ?? und wie mache ich das >> Englische Anleitungen auf der Rockboxseite sind nicht gerade einfach zu lesen >> Gibt es die Seite auch auf deutch ?? Wenn ja wo ??
    Danke für die Antwort Manuela

  3. Ludwig
    15. August 2013 um 10:28

    Tastensperre funktioniert wenn man den „haus“-button und den centerbutton gleichzeitig drückt.

  4. Flat Eric
    15. Mai 2013 um 10:24

    Sanja :

    Also eine richtige Tastensperren?

    Das weiß ich leider nicht. Ich verwende die Key Lock Funktion nie, weiß nur, dass es die „normale“ gibt.

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