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Der sterbende Handheld-Markt und die Causa Borderlands 2 (Vita)


Wer wie ich viel unterwegs ist und zocken will, dem bleiben nicht viele Möglichkeiten, AAA-Titel zu zocken. Was ich mit AAA meine? „Größere Spiele“ mit anspruchsvollem Gameplay und vor allen Dingen einer effektiven Controller-Steuerung.

„Große Produktionen“ (kurz: AAA-Titel) z.B. aus der letzten Konsolen-Generation wie BioShock, Uncharted, Red Dead Redemption oder Fallout 3. Will man so etwas unterwegs spielen, gibt der Markt nicht viel her…

Die Marktsituation

Die Auswahl ist recht überschaubar:

  • Es gibt das famose nVidia ‚Shield‘ Portable (die es leider nie nach Deutschland geschafft hat), eine wirklich tolle Android-Plattform, die mir mega viel Spaß bereitet. Allerdings mangelt es da einfach an AAA-Titeln. So Sachen wie Half-Life 2 oder Portal sind zwar nett, aber auch irgendwie kalter Kaffee. Titel wie z.B. das fantastische Deus Ex: Human Revolution werden dann in Casual-Gedöns wie Deus Ex: The Fall verarbeitet. Muss ja schließlich auf jedem Handy/Tablet per Wisch-und-Weg-Gestensteuerung funktionieren.
  • Es gibt den Nintendo 3DS. Keine Frage, ein toller Handheld. Aber technisch einfach zu schwach (268MHz, 128MB RAM) und das merkt man diversen Genres wie FPS, 3rd-PS oder 3D-Adventures an.
  • Bleibt noch die PS Vita übrig: Diese bietet Sony zwar immer noch an, man hat sich aber längst aus der Entwicklung von AAA-Titeln zurückgezogen, obwohl Titel wie Killzone: Mercenary (siehe Screenshot unten) oder Uncharted: Golden Abyss meiner Meinung nach gerockt haben.
Sieht fabelhaft aus: Killzone: Mercenary auf der PS Vita

Sieht fabelhaft aus: Killzone: Mercenary auf der PS Vita

Generell zu Android: Technisch und spielerisch anspruchsvolle Spiele sind doch recht selten (bevor jemand einhakt: Ja, es gibt sie; aber eben wenige), zumal viele Geräte über nicht erweiterbare Mini-Speicher verfügen (z.B. Moto G (2013) mit 8GB/5,6GB effektiv oder Moto X (2014) mit lächerlichen 16GB/11,5GB effektiv).

Das macht es natürlich nicht einfacher, anspruchsvolle Core-Gamer-Produktionen in den Store zu holen, die mehrere GB Speicher verbraten.

Den Markt an sich hat CNET in einem Aritkel vom Juni 2015 gut beschrieben: „2015: The year that gaming handhelds feel like they’re finally fading away

Ich finde das deshalb schade, weil durch ein Absterben von Core-Gamer-Handhelds die Grundlage für aufwändige, portable Spielerlebnisse genommen wird. Auch wenn anscheinend mehr Geld mit Angry Birds Star Wars, Candy Crush Saga oder Plants vs. Zombies verdient wird. Aber davon habe ich wenig, das ist nicht das, was ich suche.

Die Spielsituation

Wunderbares Spiel: Oddworld: Stranger's Wrath. Aber mittlerweile auch schon über 10 Jahre alt!

Wunderbares Spiel: Oddworld: Stranger’s Wrath. Aber mittlerweile auch schon über 10 Jahre alt!

Ja sicher gibt es viele tolle Smartphone-Games, ein paar habe ich ja auch schon hier im Blog vorgestellt. Aber die Masse an Titeln ist auf Touchscreens ausgelegt, bietet keine klassische Steuerung per Gamepad an und sparen mit großen Welten, die es zu erkunden gilt. Ausnahmen wie Oddworld: Stranger’s Wrath (siehe Screenshot) bestätigen die Regel und auch das ist ja mittlerweile schon irgendwie Retro: Damals auf der Xbox gefloppt, jetzt immerhin wieder verwertet, ein tolles Spiel (übrigens auch für Vita erhältlich).

Dafür, so die Hersteller, soll man stationär zocken, also auf PC, Xbox One und PS4. Deren AAA-Spielkonzepte würden sich nicht so richtig auf portable Geräte transferieren (und verkaufen) lassen. Die Amortisationsrate ist demnach zu niedrig, was dazu geführt hat, dass Sony die Vita nicht mehr unterstützen will.

Hier beißt sich die Schlange in den Schwanz: Ohne eine ausreichende Basis keine AAA-Titel. Ohne AAA-Titel keine ausreichende Basis. Ob hier vielleicht Nintendo mit NX einen neuen Markt entdeckt hat (Fusion von stationären Konsolen und Handhelds), kann man noch nicht sagen. Vielleicht etablieren sich auch AAA-Produktionen auf dem Android-Geräten. Wer weiß das jetzt? Ändert eben nichts an der derzeitigen Flaute.

Bahn- und Busreisende haben nun mal mit Smartphones und Tablets genug Unterhaltungsmöglichkeiten, um sich die Zeit zu vertreiben. Und die Core-Gamer besitzen sowieso eine Konsole oder einen Spiele-PC, also sinken auch die potenziellen Kunden, die intensiv (klassisch) auf einem Handheld spielen möchten.

Also nimmt man im Moment einfach das, was man bekommt. Womit wir beim Thema Borderlands 2 auf der PS Vita wären.

Die Cause Borderlands 2 (Vita)

Warum auf der Vita?

Der Beginn ist zäh und mühselig…

Drei Punkte vorweg:

  1. Mir sind Meinungen gleichgültig, die sagen, man könne Borderlands 2 (oder andere AAA-Titel) doch viel besser „gemütlich auf dem Sofa“ zocken. Das mag sein, trifft bei mir nur nicht zu. Ja, ich habe ein Sofa, ja, es ist sogar sehr gemütlich, aber zu hause genieße ich eben auch Dinge (Stichwort ‚Quality Time‘).
    .
  2. Zweitens: Wer sagt, solche Titel könne man nur „in Ruhe“ spielen und sie wären ja gar nichts für unterwegs: Gilt nicht für mich. Ich hatte großen Spaß mit Killzone oder Uncharted auf der Vita.
    .
  3. Zu guter Letzt lasse ich mir nicht gerne vorschreiben, was ich wo und wann zu zocken habe. 🙂

Warum Borderlands 2?

Stimmig: Atmosphärisch dichter wird es, wenn die Polarlichter leuchten. Dann nimmt auch das Spiel Fahrt auf.

Borderlands 2 erschien ursprünglich Ende 2012 auf PC, PS3 (diese Version habe ich zum Release geholt) und Xbox 360. Es gibt davon mittlerweile günstige GotY-Editions oder Triple Packs mit allerlei DLCs und sogar der Sprung auf die PS4 und Xbox One ist geglückt (Anm.: dort kann man sich mittlerweile ja fast nicht mehr vor Remastered/Definitive Editions retten, was zeigt, dass die Spielkonzepte der letzten Gen gar nicht mal so altbacken sind).

Umso erstaunter war ich, als 2013 eine Vita-Version angekündigt wurde. Und keine abgespeckte Variante, sondern das volle Programm: Einen Port eines AAA-Titels mit fetten 4,8 GB Download oder eben Retail auf Karte!

Allerdings habe ich bisher das Spiel gemieden, weil es mit erheblichen Bugs und Performance-Problemen zu kämpfen hatte (Vgl. PS3 vs. Vita). Das störte viele Vita-Spieler, zumindest in Deutschland (in den USA war das wohl nicht so wichtig).

Der Patch

Der Patch kann am Ruckeln in Sanctuary wenig ändern, jedoch das Spielvergnügen insgesamt steigern

Nachdem mich diverse Vita-AAA-Titel ganz hervorragend unterhalten haben, bin ich die FPS-Liste (bzw. Action Adventures) nochmal durchgegangen. Neuerdings hat sich hier auf der PS Vita etwas getan *Trommelwirbel*: Das viel gescholtene Spiel hat Ende Oktober 2015 einen neuen Patch *Feuerwerk* in der Version 1.08 (US) bzw. 1.06 (EU) erhalten.

Das sind fast 1 1/2 Jahre (!) nach Release! Welcher Entwickler bügelt solche Sachen überhaupt noch aus? Das rechne ich Iron Galaxy Games echt an, denn wirtschaftlich macht es wohl keinen großen Sinn mehr.

Damit ist das Spiel wieder in meinen Fokus geraten, denn es ist genau das, was ich wie oben beschrieben gesucht habe: Ein AAA-Titel, der was taugt. Und die ‚Patch notes‘ bzw. Kommentare zu Borderlands 2 klangen einfach zu verlockend:

  • Fixed various bugs.
  • Improved overall playability.
  • Added option for additional vehicle control method.
  • Added sort by value option for inventory.
  • Added user’s support ID in ShiFT menu.
  • Increased drop rate of legendary items across the game.
  • Update PlayStation Vita SDK to 3.500.
  • Enabled +77 MB expanded memory mode.

Die Charaktere werden einfach witzig präsentiert: Humor hat Borderlands 2 definitiv!

OK, dann gleich mal los! Oder? Oder etwa nicht?

Der mühsame Beginn

Shake it baby… 😉

Was zu beachten ist: Möchte man alle DLCs nutzen, die das Spiel mitbringt, muss man auf die Version des Spiels achten. Ein US/UK-Import ist nur dann sinnvoll, wenn man einen entsprechenden PSN-Account hat und damit auch den Großteil seiner Vita-Spiele mit DLCs füttert. Das nervt! Also habe ich mich bei der Vita gängeln lassen *würg* und einen neuen DE-Account eingerichtet. Seit dem bin ich auf deutsche Fassungen angewiesen.

Problem bei Borderlands 2: Es gibt nicht mehr viele Läden, die das Spiel neu (also mit DLCs) besitzen und die Vita-Version bringt ja einiges als DLC mit. Hinzu kommt: Das Spiel ist „ab 18“ (warum auch immer). Das ist im Online-Versandhandel einfach nervig, denn Händler müssen einen Altersnachweis verlangen (ggf. mit Aufpreis, siehe Amazon) und meistens erfolgt eine eigenhändige Zustellung. ARGH! Die digitale Version umgeht dieses Problem, ist mit 4,8GB Download aber auch nicht sehr nett zur Vita-Speicherkarte…

Letzter Ausweg: Der Elektronikfachmarkt! Und in der Tat, ein letztes Exemplar konnte ich mir sichern, auch wenn es im Vergleich zu den stationären Fassungen deutlich mehr kostet (~30€ vs.~10€).

Egal, seis drum. Spiel geholt, DLC geladen (Achtung: 2GB!), Spiel eingeworfen. Alten PS3-Spielstand übertragen (wow!), der nicht wirklich weit gekommen ist (Level 7) und losgelegt.

Die Umsetzung

Teilweise sehr detailliert blutig: Die Innenräume

Ich habe bewusst meine Erwartungen niedrig gehalten. Die Vita hat nicht die Power einer PS3 und muss Kompromisse eingehen. Leider auch, was den Coop-Modus angeht. Hier geht es nur noch zu zweit, statt zu viert und Cross-Coop mit der PS3 ist nicht drin. War aber irgendwie klar und ich habe in Bus und Bahn eh keinen Mitstreiter. 😉

Wie wirkt sich nun die schwächere Technik aus? Nun, es gibt weniger Effekte, Sterbeanimationen, die Welt ruckelt bei viel Action, nach 10h hatte ich einen Absturz, der allerdings nicht weiter schlimm war (einfach wieder vom letzten Checkpoint losgelaufen). Bei einer Mission gab es einen Bug, der mich einen Gegenstand nicht einsammeln lassen konnte und generell sind die Texte etwas klein.

ARGH! Wie soll ich nun an den Gegenstand rankommen? Einzige Lösung: Spiel speichern, neu starten und zum Glück ging es dann weiter...

ARGH! Wie soll ich nun an den Gegenstand rankommen? Einer der wenigen Bugs. Zum Glück half ein Neustart und danach lief die Mission wieder normal weiter.

Dann noch ein paar Worte zu Sanctuary: Es ruckelt. Übel. Oft nur 15 FPS. Aber um ehrlich zu sein: Dort stört es mich nicht so sehr. Man nimmt hier eh die meiste Zeit Missionen an, kauft und verkauft Waffen etc. Als alter N64-Gamer hat das fast schon wieder Charme… 😉

Zu den Bugs: In Sanctuary gibt es beim Fast-Travel-Terminal einen Soundbug. Es dauert, bis ein Soundfile geladen wird und die Texturen ploppen beim Start erst einmal nach und nach auf. Joar. Könnte man wohl besser machen, vielleicht ist die Vita aber auch einfach an ihrer Performance-Grenze angekommen.

Vergleicht man die Spielwelt von Borderlands 2 nach dem Patch mit der Grundversion:

  • Wenig los: 25-30 FPS (15-25 FPS)
  • Viel los: 15-25 FPS (10-20 FPS)
  • Sanctuary: 15-20 FPS (10-15 FPS)

Vielleicht auch der Grund für das „Sanctuary-Ruckeln“: viele Details, Texturen und Charaktere

So kann man sagen: In der Regel spielt sich die Version 1.06 (1.08 US) in der Gegend zwischen 20 und 30 FPS. Die alte Version würde ich selbst bei meist ~20 FPS ansiedeln. Wenn die Action richtig loslegt, wird es schwerer, die Gegner zu treffen, das ist richtig.

Dabei stört natürlich auch die etwas geringe Auflösung der Vita mit 940×540 Pixeln und der Cel-Shading-Stil läßt einigeDetails verschwinden. Unspielbar wird das Spiel aber nie, die Stabilität ist mit dem Patch einwandfrei und die Bugs halten sich in Grenzen. Alles in allem wirklich verschmerzbar.

„Schlimm“ ist es nur, wenn man vielleicht die Handsome-Collection in 60 FPS spielt und 1080p + 55″ TV gewöhnt ist. Ok, aber die PS4 kann ich nun mal nicht unterwegs zocken und geboten wird einfach einiges: Unzählige Waffen, Missionen, Areale, die es zu erkunden gilt, Gegner, Spielklassen, den Berg an DLC… Das Spiel ist vollgepackt mit Zeitvertreib!

Das Spiel

Die Borderlands 2 Welt wirkt zwar immer mal wieder generisch, ist ansonsten aber interessant genug gestaltet und bietet viele Freiheiten der Spielfortschritts

Zudem sollte man ehrlich sein: Mit all den möglichen Problemen habe ich gerechnet. Deshalb kann man mit dem passenden Schusswerkzeug vorsorgen: Turret aufpumpen, Granaten werfen, Shotgun auspacken: „Who wants some???„! Überhaupt: Die Missionen flutschen nur so runter, der Suchtfaktor ist auch auf der Vita einwandfrei und die Jagd nach Waffen und Ausrüstungen motiviert Stunde um Stunde.

Hinzu kommt, dass der Sniper-Modus erstaunlich gut funktioniert (die Bewegungssteuerung finde ich nicht so prickelnd) und man damit das ein oder andere Mal die Framerate positiv beeinflussen kann.

Allerdings ist der Einstieg ins Spiel recht träge, es dauert schon so bis Mission 10, bis wirklich was abgeht. Davor wirkt es einfach wie ein Borderlands 1.5. Doch dann kommen coolere Waffen, richtig spaßige Missionen und es blitzt der geniale Humor auf, der stark zur gelungenen Inszenierung des Spiels beiträgt.

Vorläufiges Fazit

Ab Level 10 geht dann die Post ab: Missionen werden komplexer, Waffen fetter. Allerdings gibt es immer wieder auch nerviges Backtracking.

Was soll man noch empfehlen? Wer hier nicht selbst zugreift, läßt sich einen famosen Vita-Shooter entgehen! Die Konkurrenz ist spärlich gesäht, der Umfang auf der Vita riesig, der Patch rettet das Spiel in den sehr guten Bereich!

Waffenkisten sind mit ein Suchtfaktor im Spiel: Looten, dass das Zeug hält!

Ich habe mir die Mühe gemacht und von Level 5-7 ohne Patch gezockt. Captain Flynt war eine Tortur. Das ruckelte und zuckelte nur noch so vor sich hin, IMO unspielbar und dann ist das Spiel mitten im Kampf eingefroren. Danke. Das war dann der Grund, möglichst rasch den Patch einzuspielen, denn meine Neugierde wich schnell der Angst, dass das alles so bleiben könnte.

Aber mit dem neusten Patch gibt es eine merklich bessere Framerate. Aufwändige Bosskämpfe sind nun eindeutig spielbar geworden. Würde ich dem Spiel ohne Patch eine knappe 6/10 geben (durchschnittlich), so kann ich Borderlands 2 in der Form locker eine 8/10 (sehr gut) verpassen.

Spoiler: Und da hebt sie ab… 🙂

Ich will hier kein abschließendes Urteil fällen, denn noch habe ich viel vor: Ich stehe erst bei Level 17, habe nur mit einem Charakter gespielt und will das Spiel noch weiter genießen.

Der Ausblick

Borderlands 2 ist so etwas wie ein Geheimtipp, weil es wohl viele Spieler wieder vergessen haben oder es sowieso schon gezockt haben. Der Vita-Markt ist, was AAA-Titel angeht, tot, aber es gibt Hoffnung, dass viele, arg von der Kritik gebeutelten Spiele doch nicht so mies sind, wie sie getestet wurden. Das zeigen auch viele, viele Unterschiede in der Wahrnehmung zwischen Kritikern und Kunden (Amazon.com wegen der größeren Anzahl an Wertungen):

  • Killzone: Mercenary kommt auf 77%, bei Amazon.com 4,7/5 (im übrigen 4,9/5 bei Amazon.de)
  • Uncharted: Golden Abyss kommt auf 80%, bei Amazon.com 4,6/5
  • Borderlands 2 kommt auf 66%, bei Amazon.com 4,2/5
  • Unit 13 kommt auf 72%, bei Amazon.com 4,3/5
  • Ninja Gaiden Sigma Plus kommt auf 72%, bei Amazon.com 4,4/5

Bitte mehr, bitte mehr! Leider hat Sony den AAA-Support eingestellt. Schade, denn was geboten wurde, ist erste Sahne!

Das frage ich mich manchmal schon, woher diese Diskrepanz kommt? Wurden z.B. einfach PS3/X360-Maßstäbe und Erwartungen auf die Vita angewendet? Denn bisher kann ich diese permanente Kritik nicht so recht nachvollziehen und selbst wenn man Uncharted 1-3 auf der PS3 gezockt hat, so ist der Vita-Teil nicht schlechter. Für Vita-Verhältnisse ist er sogar große Klasse!

Wer nun gern portabel spielt, der kann fast nur im Vita-Teich angeln, einen Nachfolger soll es nicht mehr geben. Für Android sind Gigabyte-Kracher weiter die Ausnahme, zumal die Zahlungsbereitschaft zu wünschen übrig läßt, die eine aufwändigere Produktion eventuell ermöglichen könnten. Zwar kommen immer mehr Android-Konsolen auf den Markt (z.B. Shield TV), aber portabel ist hier weiterhin Sense.

Ich kann jeden verstehen, der lieber auf dem Sofa in 1080p zockt. Und warum sollte man mehr für ein Game bezahlen, als auf dem PC oder der Konsole, dass dann auch noch mit der schwächeren Hardware zu kämpfen hat? Tja, Portabilität heißt hier das Zauberwort.

Denn man verbringt viel Zeit unterwegs und kann diese sinnvoll nutzen, das belegen genügend Studien (wenn man nicht selbst am Steuer sitzt). Da möchte ich die Zeit eigentlich so gut mit dem Hobby vereinbaren, wie es möglich ist und auf Moorhuhn-Gameplay und Wisch-und-Weg-Spielchen, die mich nur kurzfristig unterhalten können, möchte ist eher verzichten.

Klar gibt es noch den Laptop, der ist tatsächlich eine portable Alternative, sehe ich tagtäglich unterwegs: leichte Netbooks, Convertibles, etc. Aber AAA-Titel dann mit Tastatur zocken? Und Touchpad??? Oder doch lieber mit Maus? Dann brauche ich eine Unterlage und das bedeutet gleich ein Platzproblem. Von einem zusätzlichen Controller ganz zu schweigen, damit wird dann alles umständlich.

Handhelds haben den enormen Vorteil dass man sie auspackt, anschaltet und los geht es. Kurz Bildschirm aus und nach einer kurzen Pause geht es weiter. Wie Smartphones oder Tablets eben, aber mit physischen Tasten und bis jetzt noch aufwändigen Spielen. Diese Zeit ist wohl vorbei. Oder zumindest muss man seine Spielgewohnheiten umstellen (mehr Indie, mehr kleinere Titel,…) oder eine Durststrecke aushalten.

Bis dahin bin ich weiter gut versorgt, das bekommt man gerade mit Retro-Stuff ohne Probleme in Griff. Aber es ist schon schade, dass der eingangs erwähnte CNET-Artikel wohl recht behalten wird: Der Handheld-Markt scheint immer mehr an Relevanz zu verlieren, auch wenn ich den letzten Satz nicht teile: Ich werde keinphone gamer“ und halte weiter Ausschau nach neuen Plattformen. Vielleicht wird das ja noch was im nächsten Jahr dem der portablen Steam Machine. 🙂

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Kategorien:Artikel, Reviews, Videospiele
  1. Flat Eric
    4. Dezember 2015 um 09:34

    Alles klar, danke für die Info, das mit Gearbox habe ich gleich mal abgeändert. Hätte ja einfach nur richtig meinen Link zur Ankündigung durchlesen müssen. 🙂

    Schade, dass das mit der Stabilität bei dir nicht klappt. Ich bin jetzt Level 22 und habe nur einen Hänger gehabt. Vielleicht einfach nur Glück (mache vielleicht zu wenig „irre“ Sachen). Habe allerdings nie „drüber“ gepatcht, d.h. auf das Grundspiel direkt 1.06 draufgebügelt.

    Liegt es vllt daran, dass ich die „neuere“ LCD-Vita verwende?

  2. Daniel
    3. Dezember 2015 um 22:35

    Schöner Artikel, auch wenn meine Erfahrungen mit dem Patch leider anders sind. Frameratetechnisch ists sicher besser, aber die Stabilität ist mies bei mir. Übrigens, Gearbox hat weder mit der Ankündigung noch dem Patch was zu tun; Iron Galaxy hat das Spiel im Auftrag von Sony geportet. Der Port ist nur zu Stande gekommen, weil Sony 3PP halt 2014 irgendwie noch was AAA mäßiges auf die Vita bringen wollte, Gearbox hat ihnen nur die Lizenz gegeben. Daher führt bspw auch der Support Link auf Gearbox Website zum Thema Borderlands 2 Vita einfach auf die offizielle PS Website. Gearbox (bzw 2K Games, weil Gearbox published ja eh nichts selbst) hätten sicher nichts umgesetzt, weil wie du sagst das ganze wirtschaftlich keinen Sinn gemacht hätte. Sony waren halt die einzigen, die zumindest auf ein paar mehr verkaufte Vitas hoffen konnten.

  3. Flat Eric
    2. Dezember 2015 um 14:03

    Das ist sowieso cool bei einem Handheld: Abends einfach mal noch ne Runde spielen. 🙂 Ja, exklusiv gibt es nicht so viel und die vielen Japano-Sachen interessieren mich nicht so sehr. Aber so Sachen wie Danganronpa, Gravity Rush oder Tearaway. Schon sehr cool und Vita gab es mal für 99 Euro im Angebot.

  4. 1. Dezember 2015 um 22:48

    Ich habe zwar (noch) keine Vita, aber ich finde es auch sehr traurig, dass Sony das Ding so schnell hat fallen lassen. Der Mangel an Exklusivtiteln ist für mich bisher auch der Hauptgrund, warum ich keine kaufe. Ich bin selbst aktuell nur wenig unterwegs, aber ich finde es auch nicht so schlecht, wenn man sich im Winter mit dem Handheld ins Bett verzieht^^

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