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Test Sumvision Cyclone Micro HD Movie Player


Auf der Suche nach einem portablen Mediaplayer, den man mal locker mitnehmen kann, bin ich auf den Sumvision Cyclone Micro HD Movie Player gestoßen. Im ersten Moment dachte ich: Billiger China-Müll. Und ja, wie so viele andere elektronischen Geräte kommt auch dieses Gerät aus dem Land der Frühlingsrollen. Der Cyclone Micro ist wirklich klein, deutlich kleiner als z.B. der so schon kompakte WDTV. Im Prinzip sprechen für den Cyclone Micro zwei Hauptgründe:

  1. Er ist sehr günstig (ca. 22 Euro mit Versand)
  2. Er ist wirklich sehr klein und läßt sich problemlos mitnehmen

Was es nicht gibt, ist eine MKV/High-Definition-Unterstützung, auch wenn man den HD-Zusatz als Hinweis auf eine allgemeine HD-Fähigkeit interpretieren könnte. Dazu aber nachher mehr. Im Prinzip hat man es mit einem DVD-Player ohne DVD-Funktionalität zu tun, denn der Cyclone ist nichts anderes als ein DVD-Chipsatz mit USB- und Speicherkarten-Funktionalität (aufschrauben werde ich ihn irgendwann auch mal). D.h. er hat keine Kapazitäten für HighDef-Medien. Doch wie schlägt er sich in der Praxis?

Die technischen Spezifikationen lesen sich wie folgt (fett markiert die Besonderheiten):

  • Medien Speicherunterstützung:
    – USB Laufwerke (FAT, FAT32 und NTFS)
    – SD, MMC, SD und SDHC Speicherkartenlaufwerke (getestet bis 8GB, auch MicroSD mit SD-Adapter, allesamt nur mit FAT oder FAT32)
  • Video:
    – MPEG1/2/4 (MPG, VOB, AVI), DIVX (AVI), XVID (AVI), Auflösung bis zu 720 x 480 30fps / 720 x 576 25fps
  • Audio:
    – MP3, WMA und OGG
  • Foto:
    – JPEG, BMP und GIF  (nur Upscaling!)
  • Anderes Format:
    DVD-ISO
  • Untertitel:
    – SRT/SM/SSA/SUB
  • Funktionen:
    – Playback, kopieren, löschen und Neuformatierung (kopieren und neu formatieren nur mit FAT und FAT32)
  • Eingangs-Anschlüße:
    – 1 x USB2.0
    – 1 x SD/MMC/MS Karte
  • Ausgangs-Anschlüße:
    – 1 x HDMI 1.3 (bis zu 1080p)
    – 1 x Komposite (A/V)
  • OS Sprache:
    – Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Italienisch und Niederländisch
  • DC Power:
    – 5V 2A

Mit dabei sind:

  • Cyclone Micro Media Player Adapter (soso, nur ein Adapter? 🙂 )
  • DC Adapter (in der Regel liegt ein Adapter fürs deutsche Stromnetz bei)
  • Composite AV Kabel
  • CD Disc (wer braucht denn eine Anleitung auf einer CD? :-?)
  • Fernbedienung

Die Menüs sind einfach gehalten und insgesamt gibt es auch wenige Einstellungsmöglichkeiten. Das Gerät ist für reine Plug-&-Play-Anwendungen konzipiert und ohne große Einanrbeitungen erhält man einen einfachen Media Player, der die vorhandenen Media-Dateien nach Art (Bild, Musik, Video) vorsortiert und dann auch nur diese darstellt.

Hier die wichtigsten Nachteile, die man auf alle Fälle vor dem Kauf beachten sollte:

  • Es wird leider kein MP4-Format unterstützt!
  • USB-Port bietet zu wenig Power für eine externe 2,5″ Festplatte (Samsung 80GB aus PS3 in externem Gehäuse, externes Netzteil nötig)
  • Bilder werden nur hochskaliert und nicht in „echter“ FullHD-Auflösung dargestellt

Der Player zeigt auch nur die Dateien an, die als *.AVI oder *.MPG vorliegen. Wer also Dateien mit den Endungen *.WMV, *.MOV o. ä. nutzen möchte, muss diese erst umbenennen (getestet mit diversen Gametrailers), dann funktioniert die Wiedergabe aber problemlos: 9 von 10 Testfiles konnten problemlos abgespielt werden (OTR-Aufnahmen, Trailer, etc.). Die eine Datei war eine etwas exotischere Testversion mit verschiedenen Tonspuren und Untertiteln, die schon vom FHDL nicht abgespielt werden konnte, also kein Beinbruch.

Die Fernbedienung ist erwartungsgemäß billig und klapprig, aber erfüllt ihren Zweck, zumal es keine Abspieltasten am Cyclone selbst gibt. Das Gerät läßt sich auch von einer Logitech Harmony (515 und 555) steuern, muss dazu aber erst die Befehle lernen.

Der USB-Port kann mit USB-Sticks und externen Festplatten versorgt werden. Leider liefert der Player nicht genügend Strom für meine externe 2,5″ Festplatte, das kann sich aber von Modell zu Modell unterscheiden. Ansonsten wurden mein 8GB USB-Stick und eine 8GB MicroSD im SD-Adapter problemlos gefunden. Eine Garantie kann man aber nicht geben.

Die Bildqualität ist in Ordnung. Beim Test an einem Röhrenfernseher viel auf, dass das Bild wenig flackert (trotz einfachem Composite-Signal) und die Videodateien den Erwartungen entsprachen. Wer einen HDTV besitzt, kann das Gerät via HDMI anschließen und die Auflösungen 720p + 1080p verwenden. Sehr löblich, entspricht dies doch den allgemeinen Fähigkeiten moderner DVD-Player. Problem aber: Bilder werden auch nur skaliert und nicht in FullHD ausgegeben! Der Cyclone nimmt also nur ein SD-Bild (bis 576p) und skaliert dieses dann hoch. Das sieht zwar besser aus, als auf einem Röhrenfernseher, entspricht aber nicht einer nativen Darstellung der Bilder. Die Überblendeffekte sind zwar nett, können aber nach einiger Zeit auch nerven. Es läßt sich immerhin die Anzeigedauer einstellen (ab 5 Sekunden aufwärts).

Die Musikfunktion für MP3, WMA und OGG lief ohne Probleme, aber dies soll nicht der Haupteinsatzzweck der Gerätes sein. Vielleicht werde ich diese Passage noch überarbeiten, wenn dies gewünscht wird.

Um wieder zum Menü zu kommen: Die Sortierfunktion ist schwach. Wer viele lange Dateinamen verwendet, wird enttäuscht sein, dass der Player diese zwar anzeigt, aber nicht danach sortiert. Man sollte also darauf achten, kurze Namen zu verwenden, nach denen der Player sinnvoll sortieren kann. Das gilt auch für Unterordner, die der Player nicht lesen will.

Das Anwendungsgebiet ist für all diejenigen gedacht, die ihren WDTV oder FHDL-Mediaplayer nicht unbedingt mitschleppen wollen, wenn sie SD-Quellen oder die Urlaubsbilder auf einem Röhrenfernseher darstellen möchten. Man sollte allerdings auch bedenken, dass der Player ein Netzteil benötigt, ohne Strom geht nichts. Ein Ausschaltknopf hat das Gerät übrigens auch nicht, man muss also immer den Stecker ziehen. Der Stromverbrauch ist aber äußerst gering und pendet sich zwischen 5 und 6 Watt im Betrieb ein, im StandBy sind es 2-3 Watt.

Wer also hin und wieder bei Bekannten oder für berufliche Einsätze Medien abspielen will, ohne einen großen Aufwand zu betreiben, liegt mit dem Player richtig: Er ist klein und günstig und was er verspricht, hält er auch. Als Wohnzimmer-Ersatz eines „erwachsenen Players“ kann er sicherlich nicht dienen, aber dafür wurde er wohl auch nicht konzipiert. Alles in allem eine sinnvolle Anschaffung und wahrscheinlich auch fürs Kinderzimmer eine sinnvolle Alternative zu teureren Produkten.

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Kategorien:Technik
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